Pressemitteilung | Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)
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Iran-Krieg erhöht Rezessionsrisiko - Pharma-Aussichten sind negativ

(Berlin) - Die deutsche Wirtschaft kommt auch 2026 kaum vom Fleck. In der aktuellen Frühjahrsprognose des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa) wird das Wachstum für Deutschland auf plus 0,7 Prozent beziffert – unter ungünstigen Umständen könne das Land aufgrund des Energiepreisschocks im Zuge des Iran-Krieges erneut in eine Rezession rutschen. Das geht aus der Analyse für die neueste Ausgabe des MacroScope Economic Policy Briefs hervor.

Hohe Unsicherheit für Pharma

Die Aussichten für die pharmazeutische Branche in Deutschland sind negativ. Zum einen ist ihre Entwicklung stark von der US-Handelspolitik mit Importzöllen geprägt, zum anderen wird das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BStabG), das in der vergangenen Woche vom Bundeskabinett verabschiedet wurde, das Geschäft erheblich belasten. Damit wird der bislang positive Trend gestoppt und Deutschland fehlen die Impulse einer wichtigen Schlüsselindustrie.

Während andere Wirtschaftszweige mit zum Teil erheblichen Umsatzrückgängen kämpfen und Arbeitsplätze abbauen, hätte sich die deutsche Pharma-Industrie ohne die Folgen des Gesetzes robust zeigen können. So geht die Prognose ohne Änderungen für dieses Jahr von einem leichtem Umsatz-Minus von einem Prozent aus (2025: 5,6 Prozent). Die Produktionsentwicklung dürfte bei minus 0,7 Prozent (4,6 Prozent) liegen. Die Beschäftigung steigt moderat auf 130.100 (129.740). Weiterhin kräftig hätten die Investitionen zugelegt. Für das Folgejahr 2027 wären deutliche Zuwächse in allen Größen zu erwarten gewesen. Nun sind diese Perspektiven allerdings nicht gegeben.

Investitionen und Arbeitsplatzaufbau im Ausland

„Das Spargesetz wird den bisherigen Aufwärtstrend der pharmazeutischen Branche in Deutschland beenden. Vor allem der dynamische Herstellerrabatt nimmt den Unternehmen jegliche Planungssicherheit“, sagt vfa-Präsident Han Steutel. „Künftig werden Investitionen und Jobs außerhalb Deutschlands aufgebaut. Viele vergessen, dass die Pharmaindustrie die letzte Industriebranche in Deutschland ist, die trotz aller Widrigkeiten Beschäftigung aufgebaut hat.“

Auch für den deutschen Außenhandel haben die Reformpläne Folgen. Mit den steigenden Rabatten werden die eigenen Pharma-Exporte entwertet. Da die deutschen Preise für Medikamente in rund 30 Ländern als Referenz gelten, verlieren pharmazeutische Ausfuhren künftig an Wert. Künftig werden sich auch die USA an den deutschen Preisen orientieren. Allein im US-Geschäft dürften der Branche bis in das Jahr 2030 zwölf Milliarden Euro verloren gehen, mit Folgen entlang der Wertschöpfungskette. Den Minderausgaben in der GKV stehen so Verluste bei Steuern und Abgaben in Milliarden-Höhe gegenüber.

Steutel: „Deutschland belegt sich selbst mit einer Exportsteuer, ohne von den Einnahmen zu profitieren. Das schwächt die Unternehmen am Standort enorm. Allein bei den Investitionen rechnen wir mit deutlichen Einbrüchen: Bis in das Jahr 2030 dürften deutlich mehr als vier Milliarden Euro für Hightech-Produktion und Forschung verloren gehen. Das wird Deutschland in Zukunft fehlen. Das wird die Wirtschaftskraft schwächen.“

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Henrik Jeimke-Karge, Pressesprecher(in) Wirtschaftspolitik, Charlottenstr. 59, 10117 Berlin, Telefon: 030 206040

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