Pressemitteilung | ASB - Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. - Bundesgeschäftsstelle

Jubiläum: 125 Jahre ASB

(Köln) - Mit einem Unglück fing alles an: Beim Bau einer großen Lagerhalle für die märkischen Eiswerke in Erkner bei Berlin stürzte eine 40 Meter lange Seitenwand ein und begrub drei Zimmerleute unter sich. Die Arbeiter eilten zu den Schwerverletzen, konnten aber nur notdürftig helfen: Keiner kannte sich in Erster Hilfe aus; Verbandmaterial oder Tragen für den Transport von Verletzten fehlten auf dem gesamten Fabrikgelände. So trugen die Arbeiter die Schwerverletzten auf ausgehängten Türen und Stühlen nach Hause.

Arbeitsschutz war Fremdwort

Dieser schwere Unfall von 1894 war nur einer von vielen in der Hauptphase der Industrialisierung. Oft endeten sie tödlich. Denn Arbeitsschutz war im 19. Jahrhundert ein Fremdwort - genauso wie Unfallversorgung. "Vorkehrungen für Unfallverletzte waren damals noch böhmische Dörfer, Verbandkästen nur dem Namen nach bekannt, Ärzte nur schwer zu haben", berichtete der spätere ASB-Vorsitzende und Zeitzeuge Emil Stein. Sechs Berliner Zimmerleute, unter ihnen der ASB-Gründervater Gustav Dietrich, erkannten deshalb die Notwendigkeit, dass Arbeiter mehr über Erste Hilfe wissen müssen.

Arbeiter helfen sich selbst

Am 29. November 1888 luden die sechs Zimmerleute zum ersten "Lehrkursus für Arbeiter über die Erste Hilfe bei Unglücksfällen" in ein Berliner Lokal ein. Die Resonanz war überwältigend: 100 Arbeiter folgten der Einladung und ließen sich von dem Arzt Alfred Bernstein in Erster Hilfe schulen. Mit diesem ersten Lehrkurs legten die sechs Zimmerleute den Grundstein für die Entstehung des Arbeiter-Samariter-Bundes. Da Ersthelfer im 19. Jahrhundert im allgemeinen Sprachgebrauch "Samariter" genannt wurden, hießen alle weiteren Lehrgänge "Samariter-Kursus für Arbeiter". Aus den Samariter-Kursen gingen im ganzen Land Samariter-Kolonnen hervor. Diese schlossen sich schließlich 1909 in Magdeburg zum Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zusammen. Mit der Hauskrankenpflege und Kinderhilfe für Kinder aus notleidenden Arbeiterfamilien etablierten sich die Samariter ab den 1920er-Jahren auch in der Wohlfahrtspflege.

Ein moderner Verband mit vielen Aufgaben

Seit dem ersten Lehrkurs ist im Laufe der vergangenen 125 Jahre eine der größten Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen Deutschlands entstanden. Dem Verband gehören über 1,1 Millionen Mitglieder und rund 33.000 hauptamtliche sowie 14.000 freiwillige Helfer an. Der ASB betreibt heute über 200 Rettungswachen, 170 Altenpflegeheime und rund 260 Kindertagesstätten. Weiterhin schult er in Erster Hilfe, heute unter anderen auch Kinder und Jugendliche. Über 100 Schnell-Einsatz-Gruppen stehen für den Katastrophenfall zur Hilfe bereit. Viele neue Aufgabenfelder wie Kooperationen mit Ganztagsschulen und Servicewohnen für Senioren sind dazu gekommen. Mit seinem Jubiläumsmotto "125 Jahre ASB: Die Zeiten ändern sich. Unsere Hilfe bleibt." verspricht der Verband, auch in Zukunft ein verlässlicher Partner für Menschen, die Unterstützung brauchen, zu sein.

Der ASB im Jubiläumsjahr

Das ASB-Jubiläumsjahr wird von drei Veranstaltungen eingerahmt. Den Auftakt machte bereits der Sozialpolitische Fachkongress im April 2013. Den Höhepunkt bilden am 23. August 2013 der Festakt und die Jubiläumsgala im Maritim Hotel Berlin-Tiergarten. Dort werden auch die neue ASB-Chronik "Der Arbeiter-Samariter-Bund. Eine Biografie." sowie der Film "Wir im ASB" vorgestellt und die Geschichtsausstellung "125 Jahre ASB-Geschichte (be)greifbar" gezeigt. Zudem wird zum ersten Mal der Annemarie-Renger-Preis zur Förderung des freiwilligen und bürgerschaftlichen Engagements verliehen. Den Blick nach vorne richtet der ASB mit seinem Zukunftskongress am 25./26. Oktober 2013 in München.

Quelle und Kontaktadresse:
Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB), Bundesverband Alexandra Valentino, Leiterin, Pressestelle Sülzburgstr. 140, 50937 Köln Telefon: (0221) 47605-0, Fax: (0221) 47605-288

(cl)

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