Pressemitteilung | Arbeitgeberverband Gesamtmetall e.V.
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Kannegiesser: "IG Metall schwimmt auf Welle der Illusionen"

(Berlin) - „Die Forderungsempfehlung zeigt, dass die IG Metall einen Tarifabschluss über dem Abschluss für das Jahr 2006 anstrebt. Sie schwimmt damit auf einer Welle der Illusionen hinsichtlich der tatsächlichen Verhältnisse in der Welt“, erklärte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. Dies ließe sich auch nicht mit dem stereotypen Hinweis auf die deutsche „Exportweltmeisterschaft“ heilen. „Wir leben nicht von der Statistik, sondern wir sind mit unseren 3,4 Millionen Beschäftigten vollständig vom Weltmarkt abhängig. Kaum eines unserer Unternehmen lässt sich allein vom deutschen Markt über Wasser halten“.

Der Tarifabschluss 2006 sei auf ein wirtschaftlich ungewöhnliches Jahr zugeschnitten gewesen und lasse sich nicht wie mit dem Lineal gezogen auf 2007 übertragen. Alle Daten und Fakten belegten, dass 2007 insgesamt zwar noch ein wirtschaftlich ordentliches Jahr werde, aber eben spürbar unter 2006 liege.

Die Mitarbeiter der deutschen Metall- und Elektro-Industrie seien nach wie vor die bestbezahlten der Welt, mit den kürzesten tariflichen Arbeitszeiten. „Wer möchte, dass wir diesen hohen Standard halten, der darf die weltweiten Kostenrelationen unserer Industrie auf keinen Fall verschlechtern. Würden beispielsweise die Löhne in Deutschland um 6,5 Prozent erhöht, müssten sie in Polen um 45 Prozent steigen, damit der Lohnabstand nicht noch größer wird, zumal dort die Produktivität mindestens im selben Tempo steigt wie bei uns“, sagte Kannegiesser.

Gute Weltkonjunktur sei im Übrigen gut und schön, aber die beste Konjunktur nütze nichts, wenn die Aufträge an die Konkurrenz gingen. Kannegiesser: „Wir haben unsere Weltmarktanteile erhöhen können, weil wir unsere Lohnstückkosten besser im Griff hatten als andere. Entsprechend konnten wir unsere Fabriken auslasten und die wirtschaftliche Situation stärken. Der Druck auf Preise und Margen bleibt enorm“.

„Wir müssen unsere Preise halten“, so Kannegiesser weiter „und deshalb dürfen Personalkosten nur in dem Maße steigen, wie es die gesamtwirtschaftliche Produktivitätsentwicklung und die Kostenrelationen zu unseren Wettbewerbern zulassen.“

Eine gute Branchenkonjunktur müsse man durch einen Bonus an die Arbeitnehmer honorieren, der dann allerdings nur für die Laufzeit des Tarifvertrages gelte. Denn: „Die Lohntabellen sollen für alle Zeiten gelten, Konjunkturen tun dies leider nicht. Wer sie zu dauerhaftem Anstieg des gesamten Tarifniveaus missbraucht, der legt nicht nur die Lunte an das gesamte System, sondern vor allem an Stabilität und Weiterentwicklung unserer deutschen Betriebe“.

Hinweis: Auf unserer Internet-Seite finden Sie zum Thema auch drei kurze Statements von Martin Kannegiesser im mp3-Format.

Quelle und Kontaktadresse:
Gesamtmetall Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e.V. Peter Klotzki, Leitung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Voßstr. 16, 10117 Berlin Telefon: (030) 55150-0, Telefax: (030) 55150-400

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