Kannegiesser zu den Aktionen in den Betrieben gegen Rente mit 67: Auseinandersetzung in den Betrieben schadet Tarifautonomie
(Berlin) - "Wir verwahren uns dagegen, Auseinandersetzungen mit der Politik in die Betriebe zu tragen", erklärte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser am Montag, den 29. Januar 2007 in Berlin.
Die nach bitteren Erfahrungen in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts verfassungsrechtlich verbriefte Tarifautonomie lebe davon, dass Politik aus der betrieblichen Arbeit und der Gestaltung von Arbeitsbeziehungen herausgehalten werde. Betriebe zum Austragungsort für die Durchsetzung politischer Ziele zu machen, sei Rechtsbruch, über den man nicht mit Achselzucken hinweggehen dürfe.
Wenn Gewerkschaften dies unter "Betriebsnähe verstehen", dann verkehre sich dieser konstruktive Ansatz für gemeinsame Zukunftsgestaltung in sein Gegenteil, meinte Kannegiesser.
Selbstverständlich müssten auch Gewerkschaften in der gesellschaftspolitisch so zentral wichtigen Rentenpolitik für ihre Auffassung werben, ebenso wie die Öffentlichkeit Anspruch darauf habe, Meinungen und Erkenntnisse der Arbeitgeber kennenzulernen. Kannegiesser:
"Wir wollen uns in dieser Frage nicht vom Acker schleichen".
Es gäbe nach Meinung auch der Arbeitgeber keinen anderen Weg als eine allmähliche Anhebung des Renteneintrittsalters, um das Problem der sich dramatisch öffnenden Schere zwischen immer weniger Beitragszahlern auf der einen Seite und immer mehr und immer länger lebenden Rentnern auf der anderen Seite einigermaßen verträglich zu lösen. Da das Renteneinrittsalter von 67 erst in 2029 erreicht werden solle und dies noch mit großen Ausnahmen, gehe die Politik vermutlich noch zu weich an das Problem heran.
Es sei oberflächlich, so Kannegiesser, den Arbeitsmarktzustand der letzten Jahre eins zu eins auf die Lage in 22 Jahren zu übertragen, wie die Gewerkschaften dies in ihrer Argumentation täten. Es sei doch eine Selbstverständlichkeit, dass sich der Altersaufbau der Bevölkerung im Prinzip schließlich auch in dem der Betriebe widerspiegeln müsse - die Bemühungen um mehr Beschäftigung älterer Arbeitnehmer würden anders auch keinen Sinn machen.
"Anstatt gegen die Windmühlenflügel der Demographie anzurennen, sollten wir unsere Vorbereitungen für den höheren Alterspegelstand in den Betrieben im selben Geist einer gemeinsamen Verantwortung angehen wie vor mehreren Jahren die Schaffung der Metallrente mit dem Ziel zur Schließung der Versorgungslücke oder mit dem im vergangenen Jahr vereinbarten Rentenbaustein."
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