Pressemitteilung | Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)

Katastrophenhelfer mit dem Erlebten nicht allein lassen

(Berlin) - Helfer, Retter und Bergungspersonal in Krisengebieten sind enormen physischen und insbesondere psychischen Belastungen ausgesetzt. Darauf weist der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe in Asien hin. "In Deutschland hat die Mehrheit der Beschäftigen in Rettungsberufen eine vergleichbare Katastrophe sicherlich nicht erlebt", sagt Dr. Dirk Windemuth, Arbeitspsychologe am Berufsgenossenschaftlichen Institut Arbeit und Gesundheit in Dresden. Neben einer guten Vorbereitung sei daher auch die psychologische Betreuung nach Hilfseinsätzen von großer Bedeutung, denn "allein das Miterleben menschlichen Leidens kann bei Helfern psychische Reaktionen hervorrufen, als seien sie selbst betroffen."

Als Folge könne eine posttraumatische Belastungsstörung auftreten, verbunden mit Schlafstörungen und so genannten Flashbacks. "Dabei erlebt der Betroffene die auslösende Situation immer wieder. Er erinnert sich nicht nur einfach, sondern zeigt auch dieselben körperlichen Reaktionen." Windemuth geht davon aus, dass 25 Prozent aller Fälle ohne psychosoziale Unterstützung chronisch werden können.

Eine im Beruf erlittene Traumatisierung wird als Arbeitsunfall anerkannt. Die Berufsgenossenschaften beschäftigen sich daher intensiv mit den psychischen Folgen traumatischer Erlebnisse. Zurzeit wird beispielsweise in einem Forschungsprojekt zum seilunterstützten Retten untersucht, wie sich Rettungspersonal auf Berg- und Seilbahnunglücke so vorbereiten kann, dass die psychischen Belastungsfolgen während und nach dem Einsatz möglichst gering sind.

Hilfs- und Rettungskräfte, die von deutschen Organisationen in die Katastrophengebiete entsandt werden, stehen grundsätzlich unter dem Schutz der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung. Bei einem Unfall übernimmt der zuständige Träger der Unfallversicherung die im Gastland entstandenen Kosten. Entsprechende Informationen zum Thema bietet der HVBG auf seiner Homepage unter: http://www.hvbg.de/d/pages/intern/index.html

Quelle und Kontaktadresse:
Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) Alte Heerstr. 111, 53754 Sankt Augustin Telefon: 02241/23101, Telefax: 02241/2311333 Pressekontakt: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) Dr. Dagmar Schittly Albrechtstr. 10b, 10117 Berlin Telefon: 030/28876362

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