Kernkraft: Laufzeit verlängern / Kostenvorteile mit Stromkunden teilen / Jährlich 5,8 Milliarden Euro Kostenentlastung möglich
(Essen) Die Kostenvorteile der deutschen Kernkraftwerke sollten voll ausgenutzt und anteilig zwischen Anlagenbetreibern und ihren Stromkunden aufgeteilt werden. Bei einer international üblichen Laufzeit für Kernkraftwerke von 60 Jahren könnte eine Entlastung der Kunden in Höhe von mindestens 5,8 Mrd. Euro im Jahr erreicht* werden, so die Forderung des VIK, der Interessenvertretung großer Energiekunden aus Industrie und Gewerbe.
Praktisch könnte jeder Stromkunde entsprechend seines auf der Rechnung dokumentierten individuellen Stromverbrauchs anteilig an der Differenz zwischen dem Marktpreis des Stroms und den Durchschnittskosten der Kernenergieanlagen seines jeweiligen Versorgers beteiligt werden. Ohne dadurch in die gängige Strompreisbildung einzugreifen, könnten die Versorger die Differenz zwischen dem Marktpreis und ihren Durchschnittskosten für Kernenergiestrom im Wege einer sogenannten Pay-Back-Aktion an ihre jeweiligen Kunden nachträglich ausschütten. Diese Ausschüttung wäre die Gegenleistung für die von der Politik akzeptierte Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke auf 60 Jahre. Eine Verwendung dieser Mittel für die zusätzliche Förderung erneuerbarer Energien lehnt der VIK ab, weil diese im Rahmen des EEG ohnehin mehr als ausreichend, teilweise sogar weit überhöht gefördert werden. Zusätzliche Subventionenen erhöhten derzeit nur die Anlagenpreise und die Gewinne der Anlagenbauer, aber nicht die regenerative Stromerzeugung.
Der starke Strompreisauftrieb der letzten Zeit zeigt bereits, dass es immer dringender wird, den deutschen Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig zu machen und so die Strompreissteigerung zu dämpfen. Damit würde gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit steigen, dass die sehr ambitionierten Klimaschutzziele der CO2-Minderung Deutschlands auch erreichbar wären.
* Abschätzung der Entlastung durch die Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke
Annahmen: Stromerzeugungskosten: Kernkraft 10 Euro/MWh, Stromerzeugung: Kernenergie 167 TWh (2006), Strombörsenpreis 80 Euro/MWh (Mix des Base- und Peakpreises an der EEX für Industriekunden), Laufzeitverlängerung von 32 auf 60 Jahre.
Kostenvorteil: 80 Euro/MWh Strompreis geschätzte 10 Euro/MWh Stromerzeugungskosten bei Kernkraft = 70 Euro/MWh zu verteilende Kostenvorteile. Bei einer 50/50-Aufteilung des Kostenvorteils von 70 Euro/MWh auf Erzeuger und Kunden bleibt für die Stromkunden ein Preisvorteil von 35 Euro pro MWh übrig. Bei 167 TWh Strom aus Kernenergie macht dies in der Summe jährlich: 5,8 Mrd. Euro.
Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft
Pressestelle
Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen
Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430
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