Pressemitteilung | Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein e.V.
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Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein zieht Bilanz des Autojahres 2025

(Kiel) - „Der E-Auto-Markt steht an einem Scheideweg: Zwischen statistischem Höhenflug und realem Neustart.“ So fasst Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein (LV SH), die aktuelle Lage zusammen. „Die Zahlen des letzten Jahres täuschen: Der überwiegende Teil der E-Auto-Neuzulassungen entfiel auf gewerbliche Käufer – das Privatkundengeschäft blieb erschreckend schwach.“

Das neue E-Mobilitäts-Förderprogramm ruft eine gemischte Reaktion beim Landesverbands-Geschäftsführer hervor: „Immerhin ist ein Versuch unternommen worden, E-Mobilität auch für die einkommensschwächeren Schichten der Bevölkerung interessant zu machen. Doch wird die jetzt präsentierte E-Auto Förderung zunächst keinen großen Impuls liefern, weil zum einen die Antragstellung erst ab Mai möglich ist, zum anderen die gewerblichen Kunden von der Förderung ausgenommen sind. Die in unserem Landesverband als Mitglieder repräsentierten Unternehmerinnen und Unternehmer gehen jedenfalls nicht von einem großen Schub aus.“

Lichtblicke des vergangenen Jahres

Was die Bereitstellung der Infrastruktur für die E-Mobilität betrifft, sieht Jan-Nikolas Sontag auch Positives: „Die Ladeinfrastruktur ist zumindest an Fernstraßen gut.“ Gleichzeitig könne sie im innerstädtischen Bereich noch besser sein. „Und die Komplexität der Bezahlsysteme sollte unbedingt in Richtung Vereinfachung gebracht werden“, so Sontag.
Der E-Gebrauchtwagenmarkt sei auf einem guten Weg, denn erstmals überhaupt kauften Privatkunden in 2025 mehr gebrauchte als neue E-Pkw. Dennoch mahnt der Geschäftsführer: „Viele dieser Fahrzeuge waren Tageszulassungen. Die geplante E-Auto-Prämie wird den jungen Gebrauchtmarkt unter Druck setzen, da sie nur Neuwagen begünstigt.“
Bei den Werkstätten war die Auslastung in 2025 hoch bis sehr hoch. Aktuell gehen die Nachfrage nach Serviceleistungen und damit die Vorlaufzeiten, also die Wartezeit auf Werkstatttermine, erheblich zurück. Im Service herrscht ein hoher Kostendruck; „Kunden reagieren sensibel aufsteigende Preise.“ Deshalb stehe im Aufgabenheft der Betriebe die zügige Steigerung der Effizienz. Diese könne durch Digitalisierung und KI erreicht werden.

Beginnender Aufbruch

Nina Eskildsen, Präsidentin des Kfz-Landesverbandes, erwartet für die E-Mobilität einen größer werdenden Markt. „Die Zeichen stehen auf Wachstum: Breitere Modellpaletten, höhere Reichweiten und sinkende Preisdifferenzen zu Verbrennern werden die Nachfrage beflügeln.“
Die Unternehmerin beobachtet einen weiteren Trend: Ältere Fahrzeuge blieben länger im Einsatz. Das durchschnittliche Pkw-Alter liege aktuell bei 10,6 Jahren. Vor zehn Jahren habe es bei etwas mehr als acht Jahren gelegen. Ihr Schluss: „In wirtschaftlich unsicheren Zeiten setzen Verbraucher auf Langlebigkeit – und investieren in Wartung. Das sichert unsere Werkstätten.“

Fachkräfte für die Zukunft des Gewerbes

„Autoberufe bieten attraktive Zukunftschancen – das müssen wir noch stärker kommunizieren“, sagt Jan-Nikolas Sontag. Ein vom schleswig-holsteinischen Landesverband initiiertes Pilotprojekt zur Integration von Arbeitskräften mit Migrationshintergrund habe wertvolle Erkenntnisse erbracht: „Hier gehen wir weiter – und richten gleichzeitig den Fokus auf die Gewinnung motivierter Azubis. Die gerade ermittelten Zahlen für das vergangene Jahr zeigen wieder einmal eindrucksvoll, dass die kleinen und mittleren Betriebe unseres Gewerbes ihrer Ausbildungsverantwortung vorbildlich nachkommen. Allein bei den Kfz-Mechatronikerinnen und Mechatronikern haben wir mit über 900 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein sehr erfreuliches Ergebnis erzielt.“

„Wir sind bereit für die Zukunft“

Das Fazit von LV-Präsidentin Nina Eskildsen. lautet: „2025 war ein Jahr der Herausforderungen, aber auch der Vorbereitung. 2026 wird das Jahr des Aufbruchs – für die E-Mobilität, für unsere Betriebe und für die Fachkräfte von morgen. Das Kfz-Gewerbe in Schleswig-Holstein steht bereit, um Menschen und Wirtschaft mobil zu halten – heute und in Zukunft.“

Quelle und Kontaktadresse:
Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein e.V., Faluner Weg 28, 24109 Kiel, Telefon: 0431 533310

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