Pressemitteilung | Der Paritätische Wohlfahrtsverband - Landesverband Thüringen e.V.
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Kinderzukunft braucht mehr als 150 Euro

(Neudietendorf) - Um Kindern eine Zukunft zu geben, braucht es mehr als 150 Euro für die Erziehung zu Hause. Die Bilanz nach einem Jahr Erziehungsgeld in Thüringen zeigt die Gefahr, wenn die Systeme – Betreuung zu Hause oder im Kindergarten – gegeneinander ausgespielt werden. Gerade für Kinder aus sozial benachteiligten Familien sind frühe Förderung und Bildung unerlässlich für Teilhabe und Chancengleichheit. Dazu braucht es ein enges Netz aus Angeboten die das Kindeswohl und den Kindesschutz in den Mittelpunkt stellen und das nicht nur am Kindertag.

„Die Kindstötungen in den vergangenen Monaten sind eine dramatische Erscheinung“, beschreibt Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Thüringen die Situation der vergangenen Monate. „Der eigentliche Skandal ist die hohe Zahl von Kindern, die in Armut aufwachsen. Millionen von Kindern in Deutschland haben keine reellen Chancen auf Teilhabe und Bildung, da ihre Eltern aus materiellen oder ideellen Gründen überfordert sind.“

Der PARITÄTISCHE Thüringen sieht in dem so genannten Erziehungsgeld von 150 Euro lediglich einen Baustein in einem umfassenden Netzwerk zur Stärkung von Kindern. Besser als eine Barzahlung sind allerdings Gutscheine, die Eltern die Möglichkeit der Qualifizierung oder die Nutzung von Tagesbetreuung gibt. Der Weg, den Thüringen gehe, auf Kosten des Erziehungsgeldes den guten Standard in den Kindergärten in Frage zu stellen, dürfe auf Bundesebene nicht fortgesetzt werden.

Um Kinder besser vor Gewalt und Vernachlässigung zu schützen, haben der Wohlfahrtsverband und die Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Thüringen eine Fortbildungsreihe aufgelegt, in der Pädagogen, Psychologen und Rechtsexperten umfangreiches Wissen für effektive und schnelle Hilfe bei Kindesgefährdung vermitteln. Ziel ist es, bei ersten Anzeichen von Gewalt besser reagieren zu können. Dieses Programm wird jetzt fortgesetzt. Außerdem beteiligen sich PARITÄTISCHE Mitgliedsorganisationen an einem Bundesmodellprojekt zur Einrichtung von Frühwarnsystemen. Hierbei arbeiten alle beteiligten Institutionen von Land, Kommunen und Freien Trägern an einem effektiven Verbundsystem zum Kinderschutz.

„Wer es ernst meint dem Kindeswohl, der braucht Phantasie und Engagement. Kindeswohl ist nicht mit Geld zu erkaufen“, appelliert Reinhard Müller an die Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft. Aber die BürgerInnen seien aufgerufen, nicht wegzuschauen, wenn sie im Umfeld Anzeichen von Gewalt oder Verwahrlosung an Kindern wahrnähmen.

Unter dem Dach des PARITÄTISCHEN Thüringen sind rund 160 Vereine und Organisationen in der Kinder- und Jugendhilfe tätig. Etwa 60 Organisationen bieten stationäre oder ambulante Hilfen zur Erziehung an.

Quelle und Kontaktadresse:
Der Paritätische Wohlfahrtsverband Landesverband Thüringen Christian Stadali, Referent, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bergstr. 11, 99192 Neudietendorf Telefon: (036202) 260, Telefax: (036202) 26234

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