Klima- und Energiepolitik schaden Unternehmen und privaten Haushalten / Zu den drastischen Strompreissteigerungen gesellen sich noch Kapazitätsrisiken
(Berlin) - Schluss mit lustig! Wir wollen keinen Ausbau des EU-CO2-Emissionshandels mit der Brechstange, so die stellvertretenden VIK-Vorsitzende Irmtraud Pawlik anlässlich der heutigen (15. Oktober 2008) VIK-Jahrespressekonferenz in Berlin. Eine nie dagewesene Finanzkrise schwappt über die Welt. Und EU-Kommission und Bundesregierung tun so, als könnten sie in der Klima- und Energiepolitik so weiter machen wie bisher. Gerade angesichts des Schirms für den Finanzsektor in Höhe mehrerer hundert Mrd. Euro dürfen Mittelstand und Industrie nicht im Regen stehen gelassen werden. Wir sind für eine ambitionierte und höchst effiziente Klimaschutzpolitik. Das bedeutet eine kostenlose Zuteilung der CO2-Zertifikate orientiert an Benchmarks und der tatsächlichen Produktion, wie es jetzt auch die polnische EU-Position ist. Wir sind gegen eine Klimapolitik mit der Brechstange sprich gegen Auktionierung und Opportunitätskosten , weil diese ökologisch völlig überflüssig sind und zur Abzockerei verleiten. Auch wir wollen einen Schirm der Bundesregierung, allerdings für die Beschäftigten in Industrie und Gewerbe und gegen eine überzogene Klimapolitik, so Pawlik weiter.
Um 40 Prozent ist der VIK-Strompreisindex1) - ein Maß für die Entwicklung des industriellen Strompreises - alleine in den zurückliegenden 12 Monaten gestiegen. Erste Teilverkäufe der CO2-Emissionsrechte, Brennstoffpreissteigerungen in Kombination mit fehlendem Anbieterwettbewerb machen es möglich. Die Terminpreise für Stromlieferungen ab 2013 zeigen schon den von der Klimapolitik verursachten unnötigen Strompreissprung, so der VIK die Interessenvertretung industrieller Energiekunden.
Weitere Strompreistreiber sind ebenfalls schon zu sehen: Z.B. die Kraftwerkslücke. Kernkraftwerke sollen vorzeitig vom Netz gehen, neue hocheffiziente Kohlekraftwerke werden öffentlich verdammt und aufgehalten. Gleichzeitig steigt die Förderung erneuerbarer Energien enorm zu bezahlen über die Stromrechnung. Allein die Auktionierung beim CO2-Emissionhandel von 2013 bis 2020 wird die Stromkunden mit über 120 Mrd. Euro zusätzlich belasten. Über 110 Mrd. Euro davon sind unter Klimaschutzaspekten nutzlos, aber natürlich für den Staatshaushalt höchst interessant. Die Unternehmen in Deutschland werden hiervon alleine über 70 Mrd. Euro zu schultern haben. Dabei hat bisher gerade die Industrie maßgeblich zur CO2-Minderung beigetragen! Die Auktionierung wird in der dritten CO2-Handelsperiode zu einer weiteren Strompreissteigerung von 50 Prozent führen.
Die Erfolge der Bundesnetzagentur bei der Kürzung von Strom-2) und Erdgasnetzentgelten können sich zwar sehen lassen, können die insgesamt bevorstehenden Strompreisentwicklungen aber nicht ansatzweise ausgleichen. Im Gegenteil was es an faktischen Entgeltsenkungen bei den Stromnetzen gibt (Beispiel: VIK-Strometzentgeltevergleich2)), wird durch die Blockadehaltung der Gaswirtschaft in Sachen Netzöffnung mehr als überkompensiert.
Die Informationen zu 1) und 2) finden Sie in der Anlage, die gesamten Unterlagen zur VIK-Jahrespressekonferenz unter www.vik.de.
Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft
Pressestelle
Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen
Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430
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