Pressemitteilung | Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Koalition gegen die Frauen? / Mindestanforderungen an die Rentenreform aus frauen- und familienpolitischer Sicht

(Berlin) - Die Rentenreformpläne machen Frauen zu den Verliererinnen, bleibt es bei den derzeitigen Vorhaben. Ohnehin durch Kindererziehung, unterbrochene Erwerbsverläufe, Teilzeit- oder prekäre Beschäftigungsverhältnisse sowie durchschnittlich geringere Verdienste traditionell in nachteiliger Position, wird sich die Lage v.a. erziehender Frauen weiter nachhaltig verschlechtern. Die seit Jahren wachsende Polarisierung zwischen Kinderlosen und Erziehenden, Männern und Frauen wird noch forciert, die besiegt geglaubte weibliche Altersarmut wäre nach Einschätzung von Experten unvermeidlich.

Was sind die wesentlichsten Pferdefüße des Koalitionsentwurfs? Welche zentralen Kritikpunkte sind zu benennen?

1. Die Absenkung des Rentenniveaus (im ursprünglichen Entwurf von Riester auf 54%) trifft Frauen unvergleichlich härter, erreichen sie durchschnittlich lediglich 48% der männlichen Renten.

2. Die Hinterbliebenenversorgung wird abgeschmolzen ohne durch ein Konzept zur eigenständigen Altersicherung der Frauen, das ihre besonderen Biographien berücksichtigt, eine Alternative zu bieten.

3. Die in der Ehe erworbenen abgeleiteten Rentenansprüche werden nicht zu eigenständigen Anwartschaften umgewidmet, um Frauen mit ihren familienbezogenen unentgeltlichen Leistungen angemessen zu bewerten

4. Die Anerkennung der für jede Form der Alterssicherung bestandssichernden Erziehungsleistung wird nicht verbessert, sondern durch das sinkende Rentenniveau der gesetzlichen Rente entwertet.

5. Die vorgesehene Förderung privater Vorsorge für Familien bleibt völlig unzureichend und kommt zudem nicht gezielt dem/der Erziehenden zugute; die Situation Alleinerziehender wird nicht annähernd angemessen berücksichtigt.

Die KAS fasst die Kritikpunkte einiger maßgeblicher Verbände zusammen und bemüht sich um ein Bündnis für Frauen zugunsten einer substantiellen Reform unter frauen- und familienpolitischen Aspekten.

Dr. Maria Böhmer MdB, stv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Gisela Beyer, Deutscher Gewerkschaftsbund
Georg Fell, Bund Katholischer Unternehmer e.V.
Christel Riedel, Deutscher Frauenrat
Eva Welskop-Deffaa, Zentralkomitee der deutschen Katholiken
Christine Henry-Huthmacher, Sabine Fritzen-Herkenhoff, Adenauer-Stiftung

Quelle und Kontaktadresse:
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Sprecherin: Elke Tonscheidt Tiergartenstr. 35, 10785 Berlin Telefon: 030/26996-222 und -256, Telefax: 030/26996-261

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