Pressemitteilung | Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)

Konjunkturbericht Januar 2003 / Konjunktur im Leerlauf

(Berlin) - Die Konjunktur in Deutschland befindet sich zum Jahresbeginn in einer sehr schwachen Verfassung. Nach vorläufigen Berechnungen dürfte das Wirtschaftswachstum Ende 2002 zum Stillstand gekommen sein. Außerdem lassen sich bei den konjunkturellen Frühindikatoren nach wie vor keine Signale für eine konjunkturelle Trendwende erkennen. Die leichte Erholung der Auftragseingänge und die geringfügige Besserung der Geschäftserwartungen können allenfalls als vorsichtige Zeichen einer allmählichen Stabilisierung interpretiert werden. Und das heißt zurzeit: Fortsetzung der wirtschaftlichen Stagnation bis ins zweite Quartal hinein.

Die Hoffnung auf ein Anziehen der deutschen Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte beruht ausschließlich auf einer besseren Exportentwicklung. Dies setzt jedoch eine Abnahme der geopolitischen Risiken und ein stärkeres Wirtschaftswachstum in den USA voraus. Doch selbst wenn die Weltkonjunktur im Frühjahr wieder an Schwung gewinnen sollte, dürfte die deutsche Wirtschaft 2003 nur eine Wachstumsrate von knapp 1 Prozent erreichen.

Eine Besserung am Arbeitsmarkt ist frühestens Ende des Jahres möglich. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Zahl der Arbeitslosen um 150.000 bis 200.000 Personen auf deutlich über 4,2 Millionen steigen.

Um das Beschäftigungsproblem zu entschärfen, muss vor allem der Anstieg der Arbeitskosten gebremst werden. Das gilt für die Bruttolöhne ebenso wie für die Lohnzusatzkosten und die indirekten Arbeitskosten, die zum Beispiel durch Abfindungsregelungen oder die Vorschriften des Betriebsverfassungsgesetzes verursacht werden. Eine Lockerung des Kündigungsschutzes könnte ebenfalls helfen, die Arbeitskosten zu reduzieren.

Besonders dringend sind Kostensenkungen in den Sozialversicherungen. Hier würde die Arbeit der Rürup-Kommission erleichtert, wenn die Regierung eine Beitragssatzsenkung auf unter 40 Prozent als Zielmarke vorgeben würde. Auch die Konjunktur im Euro-Raum befindet sich in einer ausgeprägten Schwächephase. Unter der Annahme einer Belebung des Welthandels im Frühjahr dürfte sich das Wirtschaftswachstum nur von etwa 0,8 Prozent im vergangenen Jahr auf rund 1 ½ Prozent in diesem Jahr beschleunigen.

Die jüngste Aufwertung des Euro ist zurzeit kein Grund, die Wachstumsprognosen zu senken. Wichtig ist allerdings, dass die mögliche Fortsetzung der Euro-Aufwertung in einem moderaten Tempo erfolgt. Schnelle und heftige Kursbewegungen könnten zu einer stärkeren Verunsicherung der Wirtschaftsakteure führen und würden letztlich sogar das Risiko einer Überbewertung des Euro bergen.

Quelle und Kontaktadresse:
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