Konjunkturbericht - Januar 2007 / Wirtschaftswachstum schwächt sich auf langfristigen Trend ab
(Berlin) - Die deutsche Wirtschaft erlebte 2006 erstmals seit sechs Jahren wieder einen Aufschwung. Dabei wurde das Wachstum zunehmend von der Binnennachfrage getragen. Vor allem die Investitionen zogen kräftig an. Dank der Trendwende am Arbeitsmarkt erhielt aber auch der lange Zeit stagnierende private Konsum wieder Auftrieb. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 ging auch die Sparquote wieder leicht zurück.
- Das kräftige Wirtschaftswachstum des vergangenen Jahres bietet auch eine gute Ausgangsbasis für 2007. Allerdings deutet sich bei der Industriekonjunktur eine leichte Verlangsamung an. Hinzu kommen die steuerlichen Belastungen. Zwar dürfte der Mehrwertsteuerschock bei den Konsumenten zum Jahresbeginn ausgeblieben sein, die konjunkturdämpfenden Effekte der Steuererhöhung sind damit jedoch nicht bereits überstanden.
Zusammen mit der voraussichtlichen Abkühlung der Weltkonjunktur ist 2007 weiterhin eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Deutschland auf etwa 1 1/4 bis 1 ½ Prozent zu erwarten.
- Der ökonomisch sinnvolle Verteilungsspielraum für die Lohnpolitik wird durch den langfristigen Produktivitätstrend und die um Erhöhungen administrierter Preise bereinigte Teuerungsrate begrenzt. Lohnabschlüsse, die über diesen Spielraum hinausgehen, würden den positiven Beschäftigungstrend gefährden. Die von überzogenen Lohnerhöhungen erhofften Einkommens- und Konsumeffekte würden sich dadurch wieder einmal schnell als Illusion erweisen.
- Die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit, das nach wie vor niedrige Potenzialwachstum, die demographischen Herausforderungen und ein staatlicher Finanzierungssaldo von rund 46 Mrd Euro im vergangenen Jahr sind Grund genug, um bei den wirtschaftspolitischen Reformen nicht nachzulassen.
Im Gegenteil: Jetzt sind die konjunkturell guten Zeiten, die immer wieder gefordert wurden, um den Staatshaushalt auszugleichen. Außerdem sollten bereits kurzfristig weitere Anstrengungen zur Senkung der Lohnzusatzkosten unternommen werden.
- Im Euro-Raum hat sich die Konjunktur im vergangenen Jahr ebenfalls deutlich beschleunigt. Mit voraussichtlich 2,7 Prozent dürfte das Wirtschaftswachstum auch 2006 noch etwas höher ausgefallen sein als in Deutschland. Für das laufende Jahr wird eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf gut 2 Prozent prognostiziert.
- Die politische Unabhängigkeit der Europaeischen Zentralbank ist der entscheidende Erfolgsgarant für die europäische Geldpolitik. Die langjährige Wachstumsschwäche und die hohe Arbeitslosigkeit in einigen Euro-Staaten beruhen auf strukturellen Problemen und lassen sich mit einer expansiven Geldpolitik nicht beheben. Auch die Forderung nach einer stärkeren Wechselkursorientierung der Europaeischen Zentralbank kann nicht überzeugen. Gleiches gilt für die Kritik an der monetären Säule der geldpolitischen Strategie. Mittel- bis langfristig hat die Geldmenge einen entscheidenden Einfluss auf die Preise inzwischen offenbar verstärkt auf die Vermögenspreise.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Heiner Herkenhoff, Geschäftsführer, Presse und Kommunikation
Burgstr. 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399
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