Konjunkturbericht Juli 2007 / Weber: Aufschwung bleibt intakt
(Berlin) Obwohl einige Konjunkturdaten für das zweite Quartal etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, ist der Aufschwung in Deutschland robust und wird sich auch im zweiten Halbjahr 2007 fortsetzen, erklärte Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, anlässlich der Vorstellung des Konjunkturberichts für den Monat Juli. Neben der unverändert dynamischen Auftragsentwicklung und der weiterhin boomenden Weltwirtschaft ist es vor allem die deutliche Besserung am deutschen Arbeitsmarkt, die die positiven Konjunkturperspektiven für die kommenden Monate stützt, so Weber weiter. Das Beschäftigungswachstum sei momentan stärker als in vergleichbaren Zyklen der Vergangenheit und sollte dem privaten Konsum in der zweiten Jahreshälfte spürbaren Auftrieb geben.
Daran ändere auch der hohe Euro-Kurs nichts: Auf dem gegenwärtigen Niveau ist der Wechselkurs kein Konjunkturproblem, weder für Deutschland noch für die anderen Euro-Staaten. Die Aufwertung habe auch positive Seiten, denn sie dämpfe den Preisauftrieb in der Währungsunion und unterstütze damit die Arbeit der Europaeischen Zentralbank.
Die jüngsten Versuche, die politische Unabhängigkeit der Europaeischen Zentralbank in Frage zu stellen und den Wechselkurs als handelspolitisches Instrument einzusetzen, bezeichnete Weber als in jeder Hinsicht nicht
akzeptabel: Eine solche Politik mündet in mehr Inflation und höheren Zinsen. Damit würden sich aber auch die Wachstumsperspektiven im Euro-Raum eintrüben. Weber erinnerte daran, dass die Erfahrungen, die zahlreiche europäische Staaten in den siebziger und achtziger Jahren mit einer solchen Politik gemacht hatten, durchweg negativ waren.
Für im Grundsatz berechtigt hält Weber die aktuelle Diskussion um den Schutz deutscher Unternehmen vor ausländischen Staatsfonds. Dabei würden allerdings aktuell mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben. Zudem machten sich auch in Deutschland offensichtlich bedenkliche protektionistische Tendenzen breit. Es darf daher nicht der Fehler gemacht werden, über das Ziel hinauszuschießen. Schließlich geht es hier um grundlegende Eigentumsrechte von Aktionären und Unternehmen. Die Frage, ob für den möglichen Sonderfall eines politischen Investors umfassende neue Regeln benötigt werden, müsse daher sachlich und sorgfältig erörtert werden. Weber begrüßte, dass man sich inzwischen auch auf internationaler Ebene intensiv mit dem Thema beschäftige. Deutschland muss weiterhin auf reziproke Regeln drängen. Wir sollten aber Abschottungstendenzen widerstehen. Gleichbehandlung lässt sich erfahrungsgemäß nicht in jedem Fall von heute auf morgen erreichen. Mit dem Hochziehen protektionistischer Mauern würden wir uns jedoch letztlich selbst schaden.
Den vollständigen Konjunkturbericht können Sie als pdf-Datei herunterladen: http://www.bankenverband.de/nla.asp?art=30073801
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Pressestelle
Burgstr. 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399
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