Konjunkturbericht - März 2007 / Aufschwung bleibt intakt, verliert aber etwas an Tempo
(Berlin) - Die Weltwirtschaft befindet sich nach wie vor in einer sehr guten Verfassung. Trotz zuletzt eher gemischter Konjunktursignale ist für die USA weiterhin keine Rezession zu befürchten. Die jüngsten Korrekturen an den Finanzmärkten haben allerdings die potenziellen Risiken für die Weltwirtschaft wieder stärker ins Bewusstsein gerückt.
- Im Euro-Raum haben sich die konjunkturellen Frühindikatoren auf einem hohen Niveau stabilisiert. Dies spricht für eine Fortsetzung des Aufschwungs. Die schwächere US-Konjunktur, die Euro-Aufwertung sowie der zurückgenommene Expansionsgrad der Geldpolitik dürften das Wirtschaftswachstum in der Währungsunion 2007 allerdings auf 21/4Prozent dämpfen, nach 2,6Prozent im vergangenen Jahr.
- Angesichts der sehr dynamische Industrieproduktion, des milden Winters und der sehr behutsame Weitergabe der höheren Mehrwertsteuer durch die Unternehmen sollte sich das Wirtschaftswachstum in Deutschland im ersten Quartal dieses Jahres weniger stark abschwächen als zunächst befürchtet.
In den kommenden Monaten könnten mehrwertsteuerbedingte Anpassungen bei den Verbraucherpreisen zum Teil aber noch nachgeholt werden. Außerdem befinden sich die Aufträge in der Industrie seit Herbst 2006 in einer Seitwärtsbewegung. Vor diesem Hintergrund ist 2007 mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf rund 2 Prozent zu rechnen.
- Am deutschen Arbeitsmarkt hat sich die anziehende Konjunktur im vergangenen Jahr relativ schnell und deutlich bemerkbar gemacht. Dies ist nicht zuletzt das Verdienst der moderaten Lohnpolitik und der ersten Arbeitsmarktreformen. Die beschäftigungsorientierte Lohnpolitik sollte daher grundsätzlich fortgesetzt werden. Arbeitnehmer könnten jedoch verstärkt über Einmalzahlungen an der guten Ertragslage der Unternehmen partizipieren. Die Chancen stünden dann gut, dass die Zahl der Arbeitslosen im Durchschnitt des laufenden Jahres auf weniger als 3,9 Millionen zurückgeht.
- Niedrigere Ölpreise im zweiten Halbjahr 2006 haben zu einer sichtlichen Entspannung bei der Inflationsentwicklung im Euro-Raum und in Deutschland geführt. Wegen der höheren Mehrwertsteuer, wieder leicht steigenden Ölpreisen und einem negativen statistischen Basiseffekt dürfte vor allem in Deutschland der Preisauftrieb in den kommenden Monaten aber wieder etwas zunehmen. Gleichwohl sollte die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt sowohl in Deutschland als auch im Euro-Raum leicht unter der 2 Prozent-Marke liegen.
- Die Europäische Zentralbank hat die im Dezember 2005 begonnene Zinserhöhungsphase bis zuletzt fortgesetzt. Die Anhebung der Leitzinsen auf ein konjunkturneutrales Niveau dürfte allerdings spätestens bei einem Leitzins von 4 Prozent beendet sein. Für die europäischen Währungshüter würde sich dann eine neue Situation ergeben, der sie beispielsweise mit einer längeren Zinspause zur Beobachtung der bisherigen Zinseffekte und einer weiteren Analyse der Preisrisiken Rechnung tragen könnten. Zu den potenziellen Preisrisiken gehört aber auf jeden Fall auch das hohe Geldmengenwachstum, selbst wenn sich der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation offenbar gelockert hat.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Pressestelle
Burgstr. 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399
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