Pressemitteilung | Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
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Konjunkturelle Abschwächung, aber kein Einbruch

(Berlin) - Während sich die Stimmung am deutschen Aktienmarkt eingetrübt hat und der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor angesichts der anhaltenden Belastungen von Banken und Versicherungen durch die US-Hypothekenmarktkrise erstmals seit Juli 2003 unter die kritische Schwelle von 50 Punkten gesunken ist, zeigt sich die deutsche Industrie in einer robusten Verfassung. Der Einkaufsmanagerindex für das Produzierende Gewerbe ist zuletzt sogar wieder leicht gestiegen, und die gut gefüllten Auftragsbücher lassen für die ersten Monate in diesem Jahr eine weiterhin rege Produktionstätigkeit erwarten. Erfreulich waren ferner die wieder etwas verbesserten Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen und deren im vierten Quartal 2007 gestiegene Kapazitätsauslastung.

Gleichwohl dürfte die deutliche Abschwächung der US-Konjunktur das Wirtschaftswachstum in Deutschland in diesem Jahr unter die Marke von 2 Prozent drücken. Eine ausführliche Prognose hierzu wird der Bankenverband am 5. März im Rahmen seiner halbjährlichen Konjunkturpressekonferenz vorlegen.

Ein tiefer Einbruch der deutschen Konjunktur ist - gerade wegen der robusten Verfassung der Industrie - aber nicht zu befürchten. Auch die Kreditvergabe an Unternehmen und privaten Haushalte ist weiterhin dynamisch und bremst das Wachstum in Deutschland nicht.

Stabilisierende Impulse dürften auch vom Arbeitsmarkt ausgehen. Dank der moderaten Lohnpolitik der letzten Jahre und einer etwas größeren Arbeitsmarktflexibilität sollte das für dieses Jahr prognostizierte Wachstum ausreichen, um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken. Die Dynamik des Beschäftigungsaufbaus wird allerdings abflauen. Überzogene Tarifabschlüsse und falsche arbeitsmarktpolitische Weichenstellungen könnten sogar ein vorzeitiges Ende der Arbeitsmarkterholung bedeuten.

Die Inflationsrate wird in den kommenden Monaten allmählich zurückgehen.
Bei den Tarifverhandlungen sollte daher nicht die aktuelle Preissteigerungsrate zugrunde gelegt werden, zumal weder die höheren Importpreise noch die durch den Staat verursachten Inflationseffekte den Verteilungsspielraum der Unternehmen vergrößern. Hilfreich wäre es deshalb, wenn sich die Tarifparteien in der gegenwärtigen Situation verstärkt auf ertragsabhängige Lohnbestandteile verständigen können.

Sie fließen nämlich weniger stark in die Preisgestaltung der Unternehmen ein und würden auch von der Europaeischen Zentralbank im Hinblick auf die längerfristigen Inflationsrisiken günstiger beurteilt als eine überzogene Anhebung des Tarifgefüges.

Inzwischen gibt es erste Stimmen, die in Deutschland ein Konjunkturprogramm zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung fordern. Abgesehen davon, dass es für ein solches Programm keine Notwendigkeit gibt, besteht die Gefahr, dass durch diese Debatte die Verhandlungen der Föderalismuskommission über eine wirksame Schuldenbremse beeinträchtigt werden. Eine wirksame Begrenzung der Staatsverschuldung in Deutschland ist jedoch unverzichtbar. Mit Konzepten, die in konjunkturell guten Zeiten einen Haushaltsüberschuss vorsehen, könnte dies erreicht werden, wobei die öffentlichen Haushalte gerade dann genügend Spielraum hätten, um die automatischen Konjunkturstabilisatoren wirken zu lassen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB) Pressestelle Burgstr. 28, 10178 Berlin Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399

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