Konjunkturelle Belebung hat Mittelstand erreicht / Folgen der Mehrwertsteuererhöhung bleiben begrenzt
(Berlin) - Mit der Erholung der Binnenwirtschaft erreicht der Konjunkturaufschwung im Jahr 2006 auch den Mittelstand, stellt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seinem jüngsten Konjunkturbericht fest. Nachdem über Jahre der Außenhandel die treibende Kraft des deutschen Wirtschaftswachstums gewesen sei, trage in 2006 auch die Inlandsnachfrage ihren Teil zum Anstieg des Bruttoinlandsprodukts bei. Dabei spielten zwar auch Sondereffekte wie vorgezogene Käufe im Rahmen der Mehrwertsteuererhöhung eine Rolle. Doch anziehende Investitionen und die verbesserte Arbeitsmarktlage zeigten, dass der Aufschwung zunehmend auf einer breiten Basis beruhe.
Auf das Jahr 2007 werden sich die anziehenden Investitionen und auch der kräftige Außenhandel weiter positiv auswirken, erwartet der BVR. Die mittleren, eher binnenmarktorientierten und an den Endverbraucher liefernden Unternehmen litten jedoch eher als die Großunternehmen unter den Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung. Denn die vorgezogenen Käufe würden fehlen und die Steuererhöhungen belasteten die Kaufkraft der Verbraucher.
Positive Zukunftsaussichten durch eine weitere Verbesserung der Arbeitsmarktlage würden den privaten Konsum jedoch zumindest festigen.
Einzelhandel: Chancen und Risiken
Vorzieheffekte im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung böten in 2006 dem Einzelhandel große Chancen. Es sei zu erwarten, dass die Verbraucher gegen Jahresende noch vermehrt anstehende Käufe tätigten, bevor sich in 2007 die Preise erhöhten. Insbesondere langlebige Gebrauchsgüter wie Möbel und Schmuck seien gefragt. In 2007 fehlten dem Einzelhandel dann die vorgezogenen Käufe. Dennoch dürften sich nach Meinung des BVR angesichts der positiven Konjunkturaussichten die Umsätze nach einer Delle zu Beginn
2007 im Verlauf des Jahres wieder erholen.
Talfahrt der Bauwirtschaft gestoppt
Das Baugewerbe profitiere von der Investitionsbereitschaft der Unternehmen, die sich auf den Wirtschaftsbau ausdehne. Den privaten Wohnungsbau beflügelten Vorzieheffekte im Rahmen der Mehrwertsteuererhöhung und die Abarbeitung von Bauanträgen, die vor der Abschaffung der Eigenheimzulage eingereicht wurden. Hier werde es daher in 2007 zu einer leichten Abkühlung kommen. Allerdings zögen aufgrund der finanziellen Erholung der kommunalen Haushalte die öffentlichen Investitionen an.
Verarbeitendes Gewerbe in glänzender Stimmung / Handwerk gefestigt
Der industrielle Mittelstand profitiere im laufenden und im kommenden Jahr nach wie vor von der kräftigen Weltwirtschaft. Außerdem sei im Zuge der gestärkten Binnenwirtschaft die Nachfrage nach Investitions- und Vorleistungsgütern, aber auch die Konsumgüternachfrage gestiegen. Im Handwerk mache sich neben der Bereitschaft der Verbraucher, im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung mehr Geld auszugeben, die steuerliche Absetzbarkeit von Renovierungsmaßnahmen positiv bemerkbar. Kaufkraftverluste bei den Verbrauchern würden die Nachfrage nach Handwerksleistungen dann jedoch im kommenden Jahr schmälern.
Dienstleister voller Optimismus
Auch die Dienstleister schwimmen im Sog der konjunkturellen Erholung. Sie profitieren, so der BVR, da im Zuge der wachsenden Investitionstätigkeit auch begleitende Dienstleistungen nachgefragt würden. In Kombination mit Industriegütern erhöhe sich ihr Angebot im Zuge des wachsenden Exports. Bei konsumnahen Dienstleistern werde im kommenden Jahr der Kaufkraftverlust der Verbraucher zu spüren sein.
Quelle und Kontaktadresse:
BVR Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V., Hauptgeschäftsstelle
Melanie Schmergal, Pressesprecherin
Schellingstr. 4, 10785 Berlin
Telefon: (030) 20210, Telefax: (030) 20211900
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