Krankenkassen verkaufen Patientendaten / Schwüre sind leichtfertige Meineide
(Berlin) - Der aktuelle Datenskandal zeigt exemplarisch, welches Missbrauchspotential in der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) steckt. Gegen die IKK Weser-Ems und Hamburg ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil sie Versichertendaten gesetzeswidrig an eine private Versicherung verkauft haben sollen. "Ohne Ende jagt ein Datenskandal den anderen. Und unverfroren wird uns von BMG und Krankenkassen geschworen, das könne mit der eGK nicht passieren. Diese Schwüre sind leichtfertige Meineide", kommentiert der FVDZ-Bundesvorsitzende Dr. Karl-Heinz Sundmacher. Wenn die gesetzliche Strafandrohung schon heute nicht in der Lage sei, die noch vergleichsweise banalen Patientendaten vor Missbrauch durch die Zugriffsberechtigten zu schützen, was werde dann erst für eine kriminelle Energie durch die weitaus sensibleren Krankheitsdaten freigesetzt, die über die eGK gespeichert werden sollen? "Das Projekt eGK wird in ein Datendesaster führen, es muss gestoppt werden", fordert Sundmacher.
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