Pressemitteilung | Bundesverband der Innungskrankenkassen (IKK)

Krankenstand im Handwerk 2002 geringer als im Vorjahr / IKK-Bundesverband legt Zahlen für das Handwerk vor

(Berlin) - Der Krankenstand der IKK-Pflichtversicherten im Handwerk ist im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent-Punkte auf 5,0 Prozent gesunken. Damit setzte sich ein Trend fort, der seit drei Jahren zu verzeichnen ist. Auch die Fehltage nahmen im Jahr 2002 weiter ab. So fehlte ein Handwerker im Schnitt nur noch 18,3 Tage an seinem Arbeitsplatz, im Jahr 2000 waren es noch 19,2 Tage. "Diese Entwicklung des Krankenstandes ist nicht ausschließlich von objektiven gesundheitlichen Faktoren bestimmt. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten spielt die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz eine erhebliche Rolle bei der Entscheidung, sich krank zu melden oder nicht. Es spricht einiges dafür, dass der Rückgang des Krankenstandes auch aus diesen Gründen resultiert und nicht ausschließlich auf die sicherlich vorhandenen Erfolge im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung zurückzuführen ist", erklärte der Versichertenvertreter Hans-Jürgen Müller.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Gesundheitsreform bekommt die Diskussion um den Krankenstand eine neue Dynamik. Durch die Ausgliederung des Krankengeldes verändern sich die Herausforderungen. Trotzdem betont Wilfried Schleef, Arbeitgebervertreter, dass der Arbeitgeber an einer positiven gesundheitlichen Entwicklung seiner Belegschaft ein Interesse hat. "Krankheitstage sind für die Arbeitgeber ein wesentlicher Kostenfaktor. Deshalb sind die sinkenden Zahlen ein gutes Zeichen für das Handwerk. Der Arbeitgeber ist sich seiner Verantwortung für die Gesundheit bewusst. Durch verbesserten Arbeitschutz und auch betriebliche Gesundheitsförderung, wie das Programm IKKimpuls-Werkstatt mit arbeitsplatznahen Gesundheitsreporten und -maßnahmen, können wir die gesundheitliche Situation deutlich verbessern.", erklärte Wilfried Schleef, Verwaltungsratsvorsitzender des IKK-Bundesverbandes. Schleef und Müller erklärten übereinstimmend, dass betriebliche Gesundheitsförderung zum Nutzen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern flächendeckend im Handwerk verankert werden soll.

Der Gesundheitsbericht macht deutlich, dass die meisten Krankheitstage der IKK-Pflichtversicherten im Handwerk nach wie vor durch Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht werden. Mit 28,3 Prozent entfallen fast ein Drittel aller Arbeitsunfähigkeits-tage im Jahr 2002 auf diese Krankheitsgruppe. Seit 1999 ist diese Zahl stetig steigend (1999: 26,4 Prozent). Entgegengesetzt verläuft die Entwicklung bei Verletzungen und Vergiftungen. Zwar liegt diese Gruppe mit 19,3 Prozent der Krankheitstage weiterhin an zweiter Stelle, doch seit1999 nehmen die Zahlen kontinuierlich ab (1999: 22,3 Prozent).

Der Anteil der "Langzeiterkrankungen" (Krankheitsfälle mit einer Dauer von über 42 Ta-gen) an den Krankheitstagen ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen (2002: 45,0 Prozent; 2001: 44,3 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage). "Kurzzeiterkrankungen" hingegen (Er-krankungen mit 1-3 Tagen Dauer) blieben 2002 mit 5,6 Prozent nahezu gleich (2001: 5,5 Prozent).

Basis dieser Ergebnisse sind die Arbeitsunfähigkeitsdaten von mehr als 2 Mio. IKK-Versicherten, die der IKK-Bundesverband jährlich zusammenführt, um Krankheitsschwerpunkte im Handwerk zu identifizieren.

Detaillierte Ergebnisse zur Gesundheitssituation im Handwerk mit einem Überblick über Besonderheiten in den Gewerbegruppen und verschiedenen Berufen des Handwerks sowie über Krankheitsschwerpunkte nach Alter und Geschlecht wird der IKK-Bundesver-band im Herbst 2003 in seinem Berichtsband "Arbeit und Gesundheit im Handwerk" veröffentlichen, der dieses Jahr zum vierten Mal erscheint. Eine Kurzfassung des IKK-Berichts "Arbeit und Gesundheit im Handwerk 2003" kann über das Service-Telefon des IKK-Bundesverbandes (Tel.: 02204 / 44-124) bezogen werden. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist ab September ebenfalls im Internet unter www.ikk.de zu finden.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband der Innungskrankenkassen (IKK) Friedrich-Ebert-Str. TechnologiePark, 51429 Bergisch Gladbach Telefon: 02204/440, Telefax: 02204/44185

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