Pressemitteilung | PlasticsEurope Deutschland e.V. (VKE)

Kunststofferzeugung in Deutschland 2003: Die Produktion überholt die Umsätze

(Frankfurt/M.) - Auch im Jahr 2003 wurden in Deutschland wieder mehr Kunststoffe produziert als im Jahr davor. Die Produktion stieg um 1,8 Prozent auf 16,8 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Plus von nahezu 50 Prozent innerhalb von nur zehn Jahren. Dem gegenüber stehen allerdings weiter fallende Umsätze.

"Ein Plus würden wir Kunststofferzeuger uns endlich auch in unseren Umsätzen wünschen", erläuterte Dr. Fred Baumgartner, der Vorsitzende des Verband Kunststofferzeugende Industrie (VKE), jetzt in Frankfurt. Das Gegenteil ist aber der Fall: Der Gesamtumsatz der Unternehmen, die in Deutschland Kunststoff produzieren, lag 2003 mit 18,1 Mrd. Euro um 2,4 Prozent niedriger als im Vorjahr. Es war dies bereits das dritte Jahr in Folge mit einem Umsatzminus. "Mit steigenden Mengen werden infolge des kontinuierlichen Preisverfalls immer geringere Werte geschaffen. Die Frage ist, wie lange sich dieser mehr als unheilvolle Trend fortsetzen kann, ohne dass er die Substanz unserer Industrie aufzehrt" kommentierte Baumgartner diese Entwicklung.

Die Umsatzentwicklung folgte, so Baumgartner weiter, auch 2003 dem bekannten Modell der "Fieberkurve": Nach einem starken Rückgang Ende des Jahres 2002 verzeichnete man zunächst eine Erholung, gegen Ende des Jahres 2003 rutschten die Umsätze dann wieder ab. Ursache war die Preisentwicklung, denn die Preisbelebung der ersten Monate 2003 setzte sich ab Mai nicht weiter fort. Stattdessen wurde zur Jahresmitte ein absolutes Preistief erreicht.

Noch entscheidender als die Preise sind für Baumgartner die Margen, also die Differenz zwischen den Einsatzstoffkosten und dem, was die Erzeuger mit ihren Produkten erlösen. Hier drückt der Schuh ganz gewaltig: Der Preis für Rohöl, den wichtigsten Grundstoff der Kunststofferzeugung, stieg 2003 um mehr als 15 Prozent. Im März 2004 lag der Rohölpreis gar auf dem höchsten Niveau seit dem Golfkrieg vor 13 Jahren. Da die Kunststofferzeuger diese Preissteigerungen nicht an ihre Abnehmer weitergeben können, schmelzen die Margen weiter.
Dennoch malen die Kunststofferzeuger nicht schwarz, es gibt durchaus auch gute Nachrichten. So stieg trotz anhaltendem Strukturwandel die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent. Im Jahresschnitt fanden 56.400 Menschen in der Kunststofferzeugung einen Arbeitsplatz mit Zukunft.

Auch die öffentliche Meinung zu Kunststoffen und zur Kunststoff-Industrie ist gut: In einer vor wenigen Wochen durchgeführten Repräsentativbefragung beurteilten drei von vier jungen Menschen Kunststoff als Werkstoff positiv. Bei der breiten Bevölkerung und in der Gruppe der Entscheider waren es sogar rund vier von fünf Befragten, die sich positiv zu Kunststoff äußerten.

"Wir sind überzeugt davon, dass Kunststoff das Material des 21. Jahrhunderts ist. Es gibt eine ganze Reihe von Argumenten, die für den Kunststoff-Einsatz sprechen: Ihr günstiges Preis-Leistungsverhältnis, ihre überaus variablen technischen Eigenschaften und ihr Potenzial, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Viele wichtige Innovationen werden erst durch Kunststoffe Realität", so Baumgartner abschließend. Die Kunststoff-Industrie verfüge noch über ein erhebliches Wachstumspotenzial, entsprechend erwarte man für das laufende Jahr keine gravierenden Zuwächse, doch blicke man wieder mit mehr Zuversicht nach vorne und rechne insgesamt mit einem moderaten Wachstum.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Kunststofferzeugende Industrie e.V. (VKE) Karlstr. 21, 60329 Frankfurt Telefon: 069/25561300, Telefax: 069/251060 Pressekontakt: Kurt Stepping, Telefon: 069/2556-1305 Michael Herrmann, Telefon: 069/2556-1306

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