Länder-Gutachten zur Bahnprivatisierung / VCD fordert Stopp des Privatisierungsgesetzes
(Berlin) - Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) fordert die Bundesregierung auf, ihren Gesetzentwurf zur Bahnprivatisierung zurückzuziehen. Dies sei die einzig richtige Konsequenz, nachdem zu den erheblichen verkehrspolitischen Bedenken gegen das favorisierte Privatisierungsmodell nun auch noch verfassungsrechtliche hinzukämen. Diese belege ein Gutachten im Auftrag der Länder, das heute (17. September 2007) in Berlin vorgestellt wird. Wenn sich die Bundesregierung bisher schon nicht durch fundierte Einwände vieler Experten und die Bedenken führender Verkehrspolitiker im Bundestag von ihren Privatisierungsplänen hat abbringen lassen, sollte sie nun wenigstens auf die erheblichen Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit reagieren und das Vorhaben stoppen", fordert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender.
Der Gesetzentwurf weise verkehrspolitisch in die falsche Richtung und konterkariere letztlich die Bemühungen um mehr Klimaschutz im Verkehr. Wie das Gutachten zeige, stiegen die Kosten für die Länder durch die Privatisierung, da ein gewinnorientiertes Bahnunternehmen die Nutzungsgebühren für Trassen und Bahnhöfe deutlich anheben würde. Höhere Kosten führten automatisch zur Verringerung des Zugangebotes im Nahverkehr, wie sie schon in Folge der Kürzung der Regionalisierungsmittel zu beobachten sei. Dann kommt die Abwärtsspirale erst richtig in Gang", befürchtet Gehrmann: Weniger Züge, höhere Preise, weniger Kunden, weniger Züge etc. Am Ende sind immer mehr Menschen gezwungen, für ihre täglichen Wege aufs Auto umzusteigen - mit allen negativen Folgen für Umwelt und Gesundheit."
Fatal ist nach Ansicht des VCD auch die Aussicht auf Streckenstilllegungen in großem Umfang und die Schließung von Bahnhöfen, die die Gutachter als Konsequenz steigender Preise und schrumpfender Angebote prognostizieren. Darin zeige sich, dass die Kapitalinteressen eines privaten Unternehmens nicht mit der Gemeinwohlverantwortung des Staates zu vereinbaren seien. Heidi Tischmann, Verkehrsreferentin des VCD: Wenn die Regierung mit ihrem Vorhaben ernst macht, bedeutet das einen weiteren Rückzug der Bahn aus der Fläche. Dabei soll die Bahn ein Angebot für alle Menschen sein, umweltschonend und sicher unterwegs sein zu können. Dieser Anspruch ist nicht mehr zu gewährleisten, wenn immer mehr Regionen in Folge von Streckenstilllegungen vom Schienennetz abgekoppelt werden."
Quelle und Kontaktadresse:
Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Bundesverband
Almut Gaude, Pressesprecherin
Kochstr. 27, 10969 Berlin
Telefon: (030) 2803510, Telefax: (030) 28035110
Weitere Pressemitteilungen dieses Verbands
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen

