Landkreise stehen bei Bildungspolitik an der Seite der Länder und erklären Bereitschaft zur Teilnahme am Bildungsgipfel
(Berlin) - Vor dem Bildungsgipfel im Oktober in Dresden hat der Deutsche Landkreistag (DLT) anlässlich seiner Jahrestagung im Landkreis Meißen dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich seine Unterstützung zugesichert. DLT-Präsident Landrat Hans Jörg Duppré (Südwestpfalz) stellte sich hinter die Länder und bekräftigte deren Kompetenzen im Bildungsbereich. Die Länder sind die Hauptakteure im deutschen Bildungswesen, die Kommunen unterstützen sie hierbei vielfältig, z.B. durch die Trägerschaft allgemein- und berufsbildender Schulen sowie der Volkshochschulen und Musikschulen. Länder und Kommunen als Hauptakteure im Bildungswesen müssen daher gemeinsam dafür streiten, dass jede öffentliche Ebene in ihrem Bereich ihre Aufgaben sachgerecht erfüllt. Der kommunale Spitzenverband erklärte daher seine Erwartung, für die Landkreise am bevorstehenden Bildungsgipfel teilzunehmen.
Duppré wies darauf hin, dass sich die Kompetenzen des Bundes in diesem Bereich im Wesentlichen auf die berufliche Bildung beschränkten. Das Gros der bildungspolitischen Stellschrauben liege bei Ländern und Kommunen. Die Kommunen, namentlich die Landkreise nehmen schon jetzt viele wichtige Aufgaben im Bildungswesen wahr. Angesichts der vielfältigen Verknüpfungen der Bildungspolitik mit anderen Aufgaben der Daseinsvorsorge wäre es sinnvoll, in Zukunft sogar noch mehr staatliche Aufgaben in kommunale Obhut zu übergeben. Dies muss allerdings ein Prozess sein, der in den Bundesländern gestaltet wird und daher auch durchaus unterschiedlich angelegt sein kann, sagte Duppré.
Daher gehörten die Kommunen auch mit an den Verhandlungstisch, wenn die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten in fünf Wochen zum Bildungsgipfel nach Dresden laden. Die Bildungslandschaft kann man überhaupt nur verbessern, wenn man alle maßgeblichen Verantwortlichen an einen Tisch holt. Wir bieten daher unsere Mitwirkung ausdrücklich an.
Alle Staaten, die bei PISA und anderen Untersuchungen gut abgeschnitten hätten, setzten auf eine örtlich verankerte Verantwortung für schulische Bildung. Zentrale Erfolgsprinzipien sind dabei die kommunale Verankerung der Schulen, die Übertragung der Umsetzungsverantwortung von zentraler auf die örtliche Ebene sowie die Ermöglichung einer individuellen Förderung für jeden Schüler, so Duppré.
Die Einrichtung kommunaler Bildungslandschaften unter Federführung der Landkreise ermögliche es, die Qualität von Bildungsangeboten sowie die Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems zu gewährleisten und zu verbessern. Dadurch wird Chancengerechtigkeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im ländlichen Raum im Vergleich zu Ballungsgebieten erreicht. Gerade in den von demografischer Entwicklung und Globalisierung besonders betroffenen ländlichen Gebieten müsse ein gut erreichbares Bildungsangebot auch bei veränderten Rahmenbedingungen langfristig gesichert werden und weiterhin im Vordergrund der Entwicklung stehen. Dies gilt auch dann, wenn dadurch kleinere Klassen- bzw. Gruppengrößen in den Schulen entstehen. Nur so ist es möglich, die Innovations- und Zukunftsfähigkeit sowie das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Potenzial der ländlichen Räume zu heben, so der Verbandspräsident abschließend.
Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Landkreistag, Ulrich-von-Hassell-Haus
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