Pressemitteilung | Malteser Hilfsdienst e.V.

Malteser gegen Präimplantationsdiagnostik (PID): Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestages

(Köln) - Die Malteser haben sich in ihrer über 900jährigen Geschichte dem Einsatz für den Menschen - egal ob krank, alt oder behindert - verschrieben.

In einem aktuellen Brief wenden sie sich daher an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, um diese für die Ablehnung der Präimplantationsdiagnostik (PID) zu gewinnen und für den interfraktionellen Gesetzesentwurf von Johannes Singhammer u.a. zu votieren.
Karl zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Malteser Hilfsdienstes e.V., begründet die Ablehnung der PID: "Wo von 'Diagnose' die Rede ist, wird 'Therapie' mitgedacht. Bei der PID wird aber nicht einmal der Versuch unternommen, jemanden von seinen Leiden zu heilen. Weder den Eltern, noch ihren, durch künstliche Befruchtung im Labor erzeugten Nachkommen, wird Heilung oder auch 'nur' die Linderung von Leiden zuteil. Stattdessen werden die Embryonen, bei denen mittels PID genetische Defekte diagnostiziert werden, vernichtet. Daher müsste die PID statt Präimplantationsdiagnostik eigentlich PIS - Präimplantationsselektion - heißen. Und dafür darf es in Deutschland keinen Platz geben!"

In der weiteren Argumentation gehen die Malteser auch auf das Antidiskriminierungsgesetz ein:
"Eine Entscheidung gegen das Weiterleben von Embryonen mit möglichen körperlichen und/oder geistigen Behinderungen ist eine Diskriminierung von Menschen mit Behinderung: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden". So lautet aber Art. 3, Abs. 3, Satz 2 unseres Grundgesetzes. Weil es aber keine größere Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen gibt, als sie im Frühstadium ihrer Entwicklung vom Leben selbst auszuschließen, gehört die PID entweder umfassend verboten oder das Grundgesetz geändert. Die Malteser in Deutschland sind klar für die Beibehaltung unserer Verfassung."

Die Malteser kündigen an, die weitere Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik kritisch zu begleiten - auch im Namen der vielen Menschen mit Behinderung, die sie in Krankenhäusern, Einrichtungen oder auch in den sozialen Diensten wie beispielsweise den Fahrdiensten betreuen.
Daher unterstützen die Malteser auch die Kampagne www.stoppt-pid.de.

Quelle und Kontaktadresse:
Malteser Hilfsdienst e.V. Pressestelle Kalker Hauptstr. 22-24, 51103 Köln Telefon: (0221) 9822111, Telefax: (0221) 9822119

(mk)

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