Pressemitteilung | Malteser Hilfsdienst e.V.

Malteser Migranten Medizin hilft Menschen ohne Krankenversicherung / Stetig wachsende Patientenzahl

(Berlin/Köln) - Die Malteser Migranten Medizin äußert sich in ihrem aktuellen Jahresbericht besorgt über die "erschreckend hohe Zahl" derer, die in Deutschland durchs soziale Netz fallen. "Mehr als 4.300 Patienten nahmen im vergangen Jahr unsere Hilfe in Anspruch. Dabei handelt es sich nicht nur ausschließlich um Migranten ohne gültigen Aufenthaltsstatus und ohne Krankenversicherung", erklärt Angelika Haentjes-Börgers, Leiterin der Malteser Abteilung Migration. "Der Anteil der deutschen Nichtversicherten ist mit 14 % immer noch sehr hoch."

Zwar seien die gesetzlichen Krankenkassen seit April 2007 im Zuge der Gesundheitsreform dazu verpflichtet, ehemalige Mitglieder wieder aufzunehmen, doch müsse bei Wiedereintritt in die Kasse zuerst eine Prämie der versäumten Monate gezahlt werden. "Allein schon die monatlichen Beiträge sind für viele zu hoch", so Haentjes-Börgers. "Ob als gescheiterte Ich-AGs, ob als Geschiedene, die aus der Krankenversicherung des langjährigen Partners gefallen sind - viele Deutsche können sich eine Krankenversicherung einfach nicht mehr leisten."

In der Malteser Migranten Medizin finden sie einen Arzt, der die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung oder Schwangerschaft übernimmt. Die Malteser helfen unter absoluter Wahrung der Anonymität. Kooperationen mit Kirchen, Verbänden und Vereinen ermöglichen weitere Schritte. Bundesweit steht der Malteser Migranten Medizin mittlerweile ein Netzwerk aus 300 niedergelassenen Ärzten aller Fachrichtungen zur Verfügung. Mehr als 20 Krankenhäuser übernehmen Patienten bei notwendiger stationärer Therapie.

Um der stetig wachsenden Patientenzahl zu begegnen, haben die Malteser neben Berlin, Köln, München, Darmstadt und Frankfurt im vergangenen Jahr Einrichtungen in Hannover, Münster und Hamburg eröffnet. Andere Städte sind bereits angedacht.

"Wir helfen allen, für die es persönlich schwierig ist, ihre sozialen Rechte einzufordern", so Haentjes-Börgers. "Doch: Um zu helfen, brauchen wir Geld. Die Projekte werden über Spenden finanziert und von ehrenamtlicher Arbeit getragen."

Informationen und Bildmaterial finden Sie unter www.malteser-migranten-medizin.de

Quelle und Kontaktadresse:
Malteser Hilfsdienst e.V. Dr. Claudia Kaminski, Pressesprecherin Kalker Hauptstr. 22-24, 51103 Köln Telefon: (0221) 9822111, Telefax: (0221) 9822119

(tr)

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