Pressemitteilung | Malteser Hilfsdienst e.V.

Malteser warnen vor Legalisierung der Sterbehilfe

(Köln) - Anlässlich der neu aufgeflammten Diskussion um aktive Sterbehilfe durch die Legalisierung in Luxemburg sowie ein dramatisches Einzelschicksal in Frankreich, warnen die Malteser davor, die Debatte auch in Deutschland wieder aufzunehmen.

"Statt die aktive Sterbehilfe zu legalisieren, muss die Hospizarbeit und Palliativmedizin gefördert und weiter ausgebaut werden, um Krankheit und Schmerzen für jeden Menschen erträglich zu machen," so Elisabeth Freifrau Spies von Büllesheim, Vizepräsidentin des Malteser Hilfsdienstes. "Auch noch so tragische Einzelschicksale dürfen nicht dazu führen, dass Gesetze in Frage gestellt oder gar aufgehoben werden," betont von Spies. "Gerade die jüngsten Gesetzesreformen im Gesundheitswesen haben den Weg für eine flächendeckende spezialisierte ambulante Palliativversorgung frei gemacht. Wir müssen jetzt dafür Sorge tragen, dass nun auch jeder Mensch, der es braucht, von dem ganzheitlichem und multidisziplärem Ansatz der Hospizarbeit und Palliativmedizin profitiert. Die Gesellschaft muss hierfür die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen, wenn wir nicht wollen, dass die Diskussion zu uns hinüberschwappt."

Nach Auffassung der Malteser benötigen der schwerkranke Mensch und seine Angehörigen zu jedem Zeitpunkt der Erkrankung in den verschiedenen Dimensionen der Not eine fachlich kompetente Unterstützung. Dazu gehöre vor allem eine gute Schmerztherapie und Symptomkontrolle, wie sie die Palliativmedizin bietet. Dieses geschieht immer im Zusammenspiel mit psychosozialer wie spiritueller Beratung und Begleitung.

"Aktive Sterbehilfe, wie in Belgien oder in den Niederlanden propagiert, ist aus unserer Sicht auch für die französische Lehrerin keine Lösung. Wir bieten ihr und ihren Angehörigen sehr gern einen Hospizplatz hier bei uns in Deutschland an, damit sie wirklich in Würde ihr Lebensende verbringen kann," so Spies.

Quelle und Kontaktadresse:
Malteser Hilfsdienst e.V. Dr. Claudia Kaminski, Pressesprecherin Kalker Hauptstr. 22-24, 51103 Köln Telefon: (0221) 9822111, Telefax: (0221) 9822119

(tr)

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