Pressemitteilung | Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
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Marburger Bund bezeichnet / Caritas-Vergütungsabschluss für Ärzte als ungenügend

(Berlin) - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) hat den Beschluss der Arbeitsrechtlichen Kommission der Caritas (19. Juni 2008) analysiert und ist tief enttäuscht. „Leider hat die Arbeitsrechtliche Kommission der Caritas unseren Rat zur Berück­sichtigung arztspezifischer Regelungen komplett missachtet, sodass die ungenügenden Arbeits- und Einkommensregelungen für Ärztinnen und Ärzte in den katholischen Krankenhäusern aufrechterhalten bleiben“, erklärte der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke. Die Caritas-Beschlüsse machen die katholischen Krankenhäuser im Vergleich zu Kliniken mit vom Marburger Bund abgeschlossenen arztspezifischen Tarifverträge nach wie vor sehr unattraktiv.

Die Ärztegewerkschaft empört vor allem, dass es jetzt sogar zu einer Verschlechterung der Einkommensmöglichkeiten für Ärzte kommen soll. Berufseinsteiger würden extrem benachteiligt, da sie grundsätzlich in die niedrigste Entgeltstufe 1 eingruppiert werden. Ein 27-jähriger Berufseinsteiger, der bisher eine Grundvergütung nach der Stufe 2 erhielt, solle jetzt durch die Eingruppierung in die Stufe 1 monatlich rund 200 Euro weniger verdienen als bisher. Massiv kritisierte der MB auch die Kürzung des Weihnachtsgeldes und die Abschaffung des Verheiratetenzuschlages, die dazu führe, dass Verheiratete monatlich rund 107 Euro weniger erhalten als bisher. Henke: „Unterbezahlung ist sicher die falsche Medizin gegen Ärztemangel. Mit dieser Regelung hat die Caritas die Wettbewerbschancen der ihr angeschlossenen Kliniken auf dem Krankenhausmarkt extrem verschlechtert. Das schadet auch dem Pflege- und übrigen Personal, denn ohne Ärzte kann ein Krankenhaus gar keine Leistungen abrechnen, die Erlöse brechen weg, und alle Arbeitsplätze sind bedroht."

Als einzigen „Lichtblick“ wertete der MB den Beschluss, einen Ausschuss für ärztliche Einkommensfragen einzusetzen. Im Moment könne der Marburger Bund den katholischen Häusern nur empfehlen, ihren Ärzten an den Caritas-Beschlüssen vorbei höhere Gehälter zu bezahlen. MB-Vorsitzender Henke bot der Caritas an, jederzeit für Tarifgespräche zur Verbesserung der ärztlichen Arbeits- und Einkommenssituation zur Verfügung zu stehen.

Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband Pressestelle Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin Telefon: (030) 746846-0, Telefax: (030) 746846-16

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