Marburger Bund droht kommunalen Krankenhäusern mit Streikwelle
(Berlin) - Wenige Tage nach den massiven Ärztedemonstrationen für einen eigenen Tarifvertrag, hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (mb) beschlossen, die Protestaktionen deutlich zu verschärfen. "Das arrogante Verhalten der kommunalen Krankenhausarbeitgeber auf unsere Forderung nach Tarifverhandlungen ist nicht akzeptabel", so der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Um die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) zum Einlenken zu bewegen, habe die Tarifkommission des mb beschlossen, Maßnahmen einzuleiten, um in kommunalen Krankenhäusern Ärztestreiks durchzuführen.
Hintergrund der Streikvorbereitung sei eine Empfehlung der VKA an die kommunalen Krankenhäuser, ausnahmslos alle Ärzte - auch Marburger Bund-Mitglieder - in den neuen Tarifvertrag öffentlicher Dienst (TVöD) überzuleiten, der am 1. Oktober 2005 den Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) ablöst hat. Da der mb jedoch den neuen Tarifvertrag nicht unterzeichnet hat, gelte für seine 90.000 Mitglieder weiterhin der BAT. Die Ärztegewerkschaft bezeichnet den TVöD als "ärztefeindlich", da er zu dramatischen Einkommenseinbußen führen werde.
Montgomery: "Mit der Entscheidung, alle Ärzte in den TVöD zwingen zu wollen, ist unsere Friedenspflicht gegenüber den Arbeitgebern erloschen." Sollte die VKA nicht umgehend Gesprächsbereitschaft zeigen, würden die kommunalen Krankenhäuser mit einer beispiellosen Streikwelle überzogen. Für die 22.000 Ärzte an Universitätskliniken verhandelt der Marburger Bund bereits mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über einen Ärztetarifvertrag.
"Ich warne die VKA davor, die Kampfbereitschaft und Entschlossenheit der Ärzte in kommunalen Krankenhäusern zu unterschätzen. Krankenhausärzte wollen sich nicht länger ausbeuten und unterbezahlen lassen", erklärte Montgomery. Der Marburger Bund biete der VKA faire Tarifverhandlungen für einen arztgerechten Tarifvertrag an. Ziel seien bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter.
Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
Pressestelle
Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin
Telefon: (030) 7468460, Telefax: (030) 74684616
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