Pressemitteilung | Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
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Marburger Bund leitet Urabstimmung für Ärzte / Streiks in kommunalen Krankenhäusern ein

(Berlin) - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) wird ab morgen (21. Juni) eine Urabstimmung für Ärzte-Streiks in den 700 kommunalen Krankenhäusern durchführen. Die Große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft hat heute die am 9. März 2006 aufgenommenen Tarifverhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) für gescheitert erklärt. "Mit den Arbeitgebern sind konstruktive Tarifverhandlungen nicht möglich, da sie einen originären arztspezifischen Tarifvertrag nicht akzeptieren", erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery.

Der Gewerkschaftschef betonte, dass die Tarifauseinandersetzung vermeidbar gewesen wäre. Die Tatsache, dass die VKA den Ärzten einen eigenen Tarifvertrag verweigern und sie in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) zwängen wollen, habe den Unmut der Mediziner auf den Siedepunkt getrieben. "Es ist erschreckend, wie eindimensional die kommunalen Arbeitgeber denken, die aus dem 13-wöchigen Ärzte-Streik an den Universitätskliniken scheinbar gar nichts gelernt haben", so Montgomery. Spätestens mit dem Tarifabschluss auf Länderebene vom 16. Juni sei klar, dass auch im kommunalen Bereich nichts ohne einen arztspezifischen Tarifvertrag gehe.

Um zielorientiert verhandeln zu können, habe der MB die VKA aufgefordert, bei der 5. Verhandlungsrunde am 9. Juni in Köln ein detailliertes Angebot zu unterbreiten. Montgomery: "Statt eines arztspezifischen Tarifangebotes hat man uns ein weitgehend substanzloses Gesprächspapier vorgelegt, das im Kern ein Abklatsch des TVöD darstellt". Der zwischen VKA und Verdi vereinbarte TVöD sei jedoch ärztefeindlich, da er Medizinern massive Gehaltseinbußen bescheren werde. Ein 29-jähriger Berufseinsteiger erleide im TVöD im Vergleich zum Bundes-Angestelltentarifvertrag nach 10 Jahren ein Gehaltsminus von 31.300 Euro, nach 20 Jahren von 67.800 Euro. Weitere Kürzungen durch Gehaltsrückstufungen im Falle von Arbeitgeberwechsel seien dabei noch gar nicht eingerechnet.

Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband Athanasios Drougias, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin Telefon: (030) 7468460, Telefax: (030) 74684616

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