Pressemitteilung | Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband
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Marburger Bund und Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände beschließen Ärzte-Tarifvertrag

(Berlin) - Der erste arztspezifische Tarifvertrag für die rund 55 000 kommunalen Krankenhausärzte ist unter Dach und Fach. Am vergangenen Donnerstag (23. November 2006) hatte die Große Tarifkommission der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) dem Tarifvertrag zugestimmt, am Freitag (24. November 2006) folgte dann das Ja des entsprechenden Gruppenausschusses der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Am 17. November 2006 hatten Marburger Bund und Arbeitgeber die Redaktionsverhandlungen zu den bereits am 17. August 2006 vereinbarten Eckpunkten endgültig abgeschlossen. Der Tarifvertrag für die kommunalen Krankenhausärzte ist der zweite Tarifabschluss des Marburger Bundes im öffentlichen Dienst. Bereits am 31. Oktober 2006 hatte der MB mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder einen arztspezifischen Tarifvertrag für die rund 22 000 Universitätsärzte unterzeichnet.

"Nach der Einigung für die Universitätsärzte ist der Marburger Bund mit dem Abschluss für die kommunalen Krankenhausärzte endgültig als originäre Ärztegewerkschaft fest etabliert", erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland erhalten Ärzte im öffentlichen Dienst eigene Tarifverträge.

Zu den Kerninhalten des Tarifvertrages zähle eine wöchentliche Arbeitszeit der Krankenhausärzte von 40 Stunden und eine bessere Bereitschaftsdienstvergütung. So werde ein Klinikarzt für einen 16stündigen Bereitschaftsdienst der höchsten Belastungsstufe statt bisher 116,60 Euro fortan 133,80 Euro erhalten. Darüber hinaus wurde ein 25prozentiger Vergütungszuschlag für Bereitschaftsdienste an Feiertagen vereinbart. Zudem sei aus Gründen des Arbeitsschutzes nun auch tarifvertraglich die Bewertung der Bereitschaftsdienste als Arbeitszeit anerkannt, was gemeinsam mit der Dokumentation der tatsächlichen Arbeitsleistung Voraussetzung für bessere Arbeitsbedingungen sei.

Der Erfolg des eigenen Ärzte-Tarifvertrages dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht alle Ziele erreicht wurden. Insbesondere beim Einkommen mussten schwierige Kompromisse akzeptiert werden. Grundsätzlich sei es dem MB gelungen, mit dem eigenen Tarifvertrag die drohenden Einkommensverluste des von Verdi verhandelten Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) vermieden zu haben. Als unsachlich und falsch bezeichnete der MB hingegen Aussagen der Arbeitgeber, wonach als Folge der Ärzte-Tarifverträge angebliche Kostensteigerungen in Milliardenhöhe entstünden.

Quelle und Kontaktadresse:
Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V. - Bundesverband Athanasios Drougias, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Reinhardtstr. 36, 10117 Berlin Telefon: (030) 7468460, Telefax: (030) 74684616

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