Pressemitteilung | k.A.
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Marktmacht der Energiekonzerne begrenzen / Rhiel-Vorschlag trifft genau

(Essen) - Der Vorschlag des hessischen Wirtschaftsministers Rhiel zur Entflechtung von Energiekapazitäten könnte die marktbeherrschende Stellung großer Stromerzeuger beenden. Mit dem „Rhiel-Vorschlag“ würde die empirischen VIK-Studie von 2006 über – vermutlich – strategisches Verhalten der Versorger kartellrechtlich umgesetzt, so der VIK – die Interessen­vertretung große Energiekunden. Ausgangspunkt des hessischen Vorschlages ist die richtige Erkenntnis, dass der zu hohe Konzentrationsgrad bei der Stromerzeugung zu hohe Preise verursacht. Kurz: Zu wenige Unternehmen verfügen über zu große Anteile an der Stromerzeugung. Die Ebenen Stromhandel und Stromnetze sind für die Strompreishöhe und deren Entstehung zwar ebenfalls sehr wichtig, aber nur von sekundärer Bedeutung.

Der Börsenpreis, also der Preis für die an der Strombörse EEX gehandelte Ware „Strom“ bestimmt den Strompreis für Industrie-Endverbraucher zu rund 57 Prozent, während die Netz­kosten sich in ihm nur zu ca. 16 Prozent wieder finden. Wer also Einfluss auf den Strompreis für End­verbraucher in Deutschland nehmen will, muss sich auf die Stromerzeugung fokussieren.

Die VIK-Studie von 2006 zeigt beispielhaft, dass eine um 20 Prozent des EEX-Spotmarktvolumens erhöhte Stromerzeugung aus Kapazitäten, die vorhanden sind, aber nicht eingesetzt werden, den EEX-Spotmarkt-Preis in Spitzenlastzeiten um bis zu 30 Prozent senken können. Also z.B. von etwa 60 Euro/MWh heute auf rund 40 Euro/MWh! Eine enorme Energiekostenersparnis für alle Stromkunden! Voraussetzung dafür ist der Einsatz von vorhandenen, aber am Markt nicht angebotenen Erzeugungskapazitäten, – z.B. gebündelt in der Hand eines neuen, konzernunabhängigen Anbieters, der sich offensiv dem Wettbewerb verpflichtet.

Eine vergleichsweise kleine Angebotserhöhung auf dem EEX-Spotmarkt hätte eine riesige Preis-„Hebelwirkung“ auf alle vor- und nachgelagerten Erzeuger- und Großhandelsmärkte. Da der EEX-Spotmarkt nur rund 15 Prozent des deutschen Stromverbrauchs abdeckt, entsprächen der auf dem Spotmarkt wirksamen 20 Prozent -Impuls-Kapazität nur rund 3 Prozent der deutschen Gesamtkapazität. Würde also jeder der vier großen deutschen Stromerzeuger beispielsweise 1 – 2 Prozent seiner Erzeugungskapazität in eine fünfte unabhängige „Hand“ abgeben, im Wege eines Kapazitäts-Releaseprogramms, wären bereits bedeutende Preiseffekte für den Gesamtmarkt erzielbar: kleine Ursache mit großer Wirkung, ganz ohne den langwierigen, kaum abschätzbaren Weg über neue Kraftwerke!

Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft Pressestelle Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430

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