Mehr Frauenerwerbstätigkeit stärkt Arbeitsmarkt und Wachstum
(Berlin) - In Deutschland arbeiten so viele Menschen wie nie zuvor: Im vergangenen Jahr waren 42,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt. Trotzdem wird angesichts von durchschnittlich 34,8 Arbeitsstunden pro Woche und einer Teilzeitquote von inzwischen knapp vier von zehn Beschäftigten häufig der Eindruck erweckt, in Deutschland werde zu wenig gearbeitet. Eine Analyse für die neueste Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs zeigt jedoch:
Diese Debatte greift zu kurz. Zwar lag das Arbeitsvolumen 2024 mit 61,26 Milliarden Stunden noch 1,4 Prozent unter dem Rekordwert von 2019, zugleich hat die größere Flexibilität des Arbeitsmarktes aber vor allem Frauen den Weg in Beschäftigung erleichtert. Ihre Erwerbsbeteiligung stieg von rund 60 Prozent im Jahr 2005 auf 74 Prozent im Jahr 2024.
„Deutschland ist so fleißig wie nie. Die Debatte über die Arbeitszeit pro Kopf lenkt deshalb vom eigentlichen Problem ab“, sagt Claus Michelsen. „Entscheidend ist, die Hürden abzubauen, die viele Frauen noch immer daran hindern, ihre Erwerbstätigkeit auszuweiten. Wer das Arbeitskräftepotenzial stärken will, muss vor allem verlässliche Betreuungsangebote und planbare Rahmenbedingungen schaffen. Zudem müssen wir auch an der Produktivität arbeiten.“ Die Analyse zeigt, dass insbesondere drei Faktoren für eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen ausschlaggebend sind: flexible Teilzeit- und Arbeitszeitmodelle, ein hoher Anteil weiblicher Führungskräfte und attraktive Vergütungsstrukturen.
Teilzeit ist häufig Einstieg in den Arbeitsmarkt
Gerade bei der Teilzeit zeigen sich die strukturellen Unterschiede besonders deutlich. Kinderbetreuung wird nach wie vor überwiegend von Frauen übernommen; 2022 nannten 74 Prozent der Frauen mit Kindern, aber nur 45 Prozent der Männer mit Kindern die Betreuung als Hauptgrund für ihre reduzierte Arbeitszeit. Zugleich verfügt rund jede fünfte Familie mit Kindern unter drei Jahren trotz Betreuungswunsch über keinen Kita-Platz. „Teilzeit hat vielen Frauen den Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht. Damit daraus mehr Arbeitsvolumen und mehr Fachkräftesicherung entstehen, braucht es aber bessere Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, so Michelsen.
Die Pharmaindustrie zeigt, wie attraktive Bedingungen in der Praxis aussehen können. Sie verbindet hochqualifizierte Tätigkeiten mit wettbewerbsfähiger Vergütung, einem hohen Anteil weiblicher Führungskräfte und guten Entwicklungsperspektiven für Frauen. Damit trägt sie dazu bei, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Für den Standort Deutschland ist klar: Wer Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sichern will, muss das Erwerbspotenzial von Frauen gezielt stärker nutzen.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Charlottenstr. 59, 10117 Berlin, Telefon: 030 206040
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