Mehr Lehrverträge im Handwerk – und auch mehr Frauen
(Stuttgart) - Das Handwerk in Baden-Württemberg verzeichnet erneut mehr neue Ausbildungsverträge. 18.847 Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2025 abgeschlossen – ein Plus von 3,2 % gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt sich der Aufwärtstrend fort, der bereits seit 2023 anhält.
„Die Entwicklung zeigt, dass das Handwerk für immer mehr junge Menschen eine attraktive berufliche Perspektive bietet“, sagt Rainer Reichhold, Präsident von Handwerk BW. „Unsere Betriebe investieren stark in Ausbildung und eröffnen jungen Menschen vielfältige Chancen. Deshalb ist es gut, dass die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen wieder deutlich anzieht.“
Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen stieg 2025 um 5 %, während das Angebot mit rund 22.000 Ausbildungsplätzen nahezu konstant blieb. Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage hat sich dadurch zwar verkleinert, dennoch konnten weiterhin nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden.
Auch die Zahl der weiblichen Auszubildenden nahm zu. 3.810 Frauen entschieden sich für eine Ausbildung im Handwerk – 6,3 % mehr als im Vorjahr. Damit wurde jeder fünfte neue Ausbildungsvertrag von einer Frau abgeschlossen. „Dass sich immer mehr junge Frauen für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden, ist ein gutes Signal“, sagt Reichhold. „Unsere Branche bietet moderne, zukunftssichere Berufe. Und wir brauchen die Talente von Frauen genauso wie von Männern.“
Besonders gefragt waren Ausbildungsplätze im Bauhandwerk. Hier gab es die größten Zuwächse, etwa bei Maler- und Lackierern, Maurern und Dachdeckern. Auch das Nahrungsmittelhandwerk entwickelte sich positiv: Vor allem bei Bäckern, Fleischern und im Fachverkauf legten die Ausbildungszahlen deutlich zu. Insgesamt befanden sich zum 31. Dezember 2025 45.678 Menschen in einer Ausbildung im Handwerk in Baden-Württemberg – 3,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Damit bleibt das Handwerk einer der größten Ausbildungsbereiche im Land: Jeder 15. Beschäftigte im Handwerk ist ein Auszubildender.
Eine wichtige Rolle spielt zunehmend auch die internationale Nachwuchsgewinnung. 9.490 Auszubildende im Handwerk in Baden-Württemberg haben keinen deutschen Pass – das entspricht rund 21 % aller Auszubildenden und einem Anstieg von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Immer mehr Betriebe bilden junge Menschen aus dem Ausland aus, unter anderem aus Ländern wie Vietnam, Indien, Indonesien oder der Ukraine. „Viele Betriebe öffnen ihre Ausbildung bewusst für junge Menschen aus dem Ausland. Das ist eine große Integrationsleistung und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung“, betont Reichhold. „Damit sich diese Entwicklung fortsetzt, müssen wir Berufsorientierung stärken und bürokratische Hürden bei der Zuwanderung in Ausbildung abbauen.“
Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V., Giovanni Di Gregorio, Leiter(in) Kommunikation, Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart, Telefon: 0711 263709-0
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