Milliardenrisiko Gas: FÖS-Studie warnt vor hohen Kosten der Gasabhängigkeit
(Berlin) - Neue FÖS-Studie im Auftrag von Green Planet Energy warnt vor volkswirtschaftlichen Risiken: Der geplante Neubau von Gaskraftwerken könnte Deutschland teuer zu stehen kommen. Dabei gibt es klimafreundliche und bezahlbare Alternativen, um die Energieversorgung sicher und stabil zu gestalten.
Eine neue Kurzstudie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) zeigt: Der geplante Bau von Gaskraftwerken birgt erhebliche volkswirtschaftliche Risiken.
Ein einziges 500-Megawatt-Gaskraftwerk stößt bis 2045 Millionen Tonnen CO₂ aus und verursacht bis zu 7 Milliarden Euro an Klimaschäden, die bislang nicht eingepreist sind.
Zudem bleibt Deutschland bei Erdgas abhängig von globalen Märkten, deren Preisentwicklung sich der politischen Kontrolle entzieht. Der Krieg im Iran verdeutlicht diese Abhängigkeit: Seit Ende Februar sind die Energiepreise weltweit stark gestiegen. Der europäische Gaspreis verdoppelte sich am TTF-Handelsplatz innerhalb weniger Tage von 32 auf bis zu 65 Euro pro Megawattstunde.
Klimafreundliche Flexibilitätsoptionen als Alternative
„Unsere Analyse zeigt klar, dass neue Gaskraftwerke nicht nur hohe direkte Kosten verursachen, sondern vor allem massive Klimaschäden, die bisher unberücksichtigt bleiben. Ein einziges Kraftwerk kann bis 2045 externe Kosten in Milliardenhöhe erzeugen. In einer Zeit, in der kosteneffiziente und klimafreundliche Flexibilitätsoptionen bereitstehen, wäre ein zu starker fossiler Ausbau weder wirtschaftlich noch klimapolitisch verantwortbar“, erklärt Florian Zerzawy, Teamleiter Energiepolitik beim FÖS und Co-Autor der Studie.
Die Studie verweist darauf, dass Speichertechnologien, Lastmanagement, Bioenergie und grüner Wasserstoff die Versorgungssicherheit in Deutschland zu vergleichbaren Kosten gewährleisten können – ohne das Risiko extremer Preisschocks, wie sie fossile Energieträger mit sich bringen. Bei der Technologieauswahl sollten die gesamtgesellschaftlichen Kosten berücksichtigt werden
Geopolitische Krise zeigt Verletzlichkeit fossiler Energiesysteme
Der aktuelle Energiemarktschock infolge des Iran-Konflikts unterstreicht die politische und wirtschaftliche Verwundbarkeit fossiler Systeme. „Der Krieg im Iran führt uns erneut vor Augen, wie gefährlich die Abhängigkeit von fossilen Energien ist. Die Preisschocks belasten Haushalte, Unternehmen und die gesamte Volkswirtschaft. Wer vor allem auf neue Gaskraftwerke setzt, macht Deutschland dauerhaft verwundbar. Unsere Energieinfrastruktur muss krisenfest werden. Das gelingt nur mit erneuerbaren, flexiblen und klimafreundlichen Lösungen“, betont Carolin Schenuit, Geschäftsführerin des FÖS.
Das FÖS empfiehlt, den Ausbau von Gaskraftwerken strikt zu begrenzen und Fördermittel konsequent auf klimafreundliche Lösungen für die Versorgungssicherheit auszurichten. Nur so lasse sich die Kraftwerksstrategie mit den Zielen der Klimaneutralität verbinden und das Risiko weiterer Preisschocks am Energiemarkt reduzieren.
Die Studie steht hier zum Download bereit: Teure Option für die Versorgungssicherheit: Die wahren Kosten von Strom aus Erdgas: https://foes.de/publikationen/2026/2026-03-05_FOES_GPE_Kosten_Erdgas.pdf
Quelle und Kontaktadresse:
Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (FÖS), Invalidenstr. 34, 10115 Berlin, Telefon: 030 7623991-30
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