Möbelindustrie: Umsatz liegt im ersten Quartal 2026 um 3 Prozent unter Vorjahr
(Bad Honnef/Herford) - Die deutsche Möbelindustrie leidet weiterhin unter dem eingetrübten Konsumklima in Deutschland. Im ersten Quartal dieses Jahres setzte die Branche laut amtlicher Statistik rund 3,8 Milliarden Euro um, ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während im Ausland ein kleiner Zuwachs von 0,3 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gelang, gab der Umsatz auf dem Heimatmarkt um 4,7 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro nach.
„Der Anstieg der Inflationsrate infolge der Verteuerung der Energiepreise durch den Iran-Krieg verstärkt die Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher wieder“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, fest. Die Anschaffungsneigung fiel im April laut GfK auf ein Zwei-Jahres-Tief. Das Ifo-Institut meldete eine deutlich verschlechterte Stimmung in der deutschen Möbelindustrie. Fast 30 Prozent der vom Verband befragten Möbelhersteller planen im zweiten Quartal mit Kurzarbeit. Der Anteil liegt damit annähernd so hoch wie im ersten Quartal (33 Prozent).
Die gestiegenen Energiepreise führen zudem zu höheren Kosten in der Möbelproduktion, wie Kurth berichtet. „Unsere Hersteller sehen sich mit Preiserhöhungen bei diversen Vorprodukten, darunter Spanplatten, Metallbeschlägen und Polsterschäumen, sowie Logistikdienstleistungen konfrontiert.“ Damit nehme der Druck auf die Branche, die ohnehin unter der US-Zollpolitik, steigenden Möbelimporten, Konsumzurückhaltung und dem stockenden Wohnungsbau zu leiden habe, noch weiter zu.
Lediglich die Küchenmöbelindustrie verbuchte im Auftaktquartal ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro. Im Segment der sonstigen Möbel (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) und Möbelteile sank der Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Die Hersteller von Polstermöbeln mussten eine Einbuße von 9 Prozent auf 221 Millionen Euro hinnehmen. Rückläufig entwickelte sich auch der Umsatz mit Büromöbeln (minus 5 Prozent auf 464 Millionen Euro) und Ladenmöbeln (minus 3,8 Prozent auf 432 Millionen Euro). Das kleinste Segment, die Matratzenindustrie, lag mit einem Umsatz von 110 Millionen Euro um 8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Zahl der Möbelbetriebe (mit 50 und mehr Beschäftigten) schrumpfte im Durchschnitt des Auftaktquartals um 6,5 Prozent auf 374; die Zahl der Beschäftigten sank um 5,2 Prozent auf 65.454.
„Die Politik sollte dringend stabilisierende Signale in Richtung der Konsumenten und Unternehmen senden. Deutschland braucht eine Reformagenda, die eine positive Perspektive aufzeigt. Hierzu gehören steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und – über den Bau-Turbo hinaus – weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Baukonjunktur“, fordert Kurth. Es brauche vor allem günstigere Rahmenbedingungen für private Investitionen in Wohneigentum. „Mit den entsprechenden Impulsen setzt unsere Branche auf eine bessere Nachfrageentwicklung ab dem zweiten Halbjahr”, so der Verbandsgeschäftsführer.
Quelle und Kontaktadresse:
Verband der Deutschen Möbelindustrie e.V. (VDM), Christine Scharrenbroch, Leiter(in) Kommunikation, Flutgraben 2, 53604 Bad Honnef, Telefon: 02224 9377-0
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