Pressemitteilung | Kassenärztliche Bundesvereinigung KdÖR (KBV)
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Müller: Mehrwert für Ärzte beim Online-Rollout durchgesetzt

(Berlin) - Klare Worte fand KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte: "Die sogenannte Alternative 2012 als Alleingang der Kassen ist vom Tisch! Stattdessen konnten wir uns auf ein gemeinsames stufenweises Vorgehen einigen."

In der ersten Stufe des Online-Rollouts wird im kommenden Jahr das Versichertenstammdatenmanagement in Verbindung mit der qualifizierten elektronischen Signatur des Arztes eingeführt. Der zeitliche Abstand zwischen dem Testbeginn für beide Komponenten darf maximal zehn Monate betragen. "Das stufenweise Vorgehen schafft Planungssicherheit. Gleichzeitig ist mit dem Beschluss besiegelt, dass die medizinischen Anwendungen nicht hintenanstehen", erklärte Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Carl-Heinz Müller, auf der Vertreterversammlung seiner Organisation in Berlin.

Der Basis-Rollout der Kartenterminals für die Praxen ist weitgehend abgeschlossen. "Etwa 85 Prozent der Niedergelassenen haben bereits Anträge auf die ihnen zustehende Refinanzierung gestellt. Der tatsächliche Ausstattungsgrad der Praxen mit Geräten liegt noch höher, da nicht alle Ärzte und Psychotherapeuten die Pauschalen bei den KVen abfordern", berichtete der KBV-Vorstand. Die Pauschalen werden zu hundert Prozent von den Kassen refinanziert.
"Deutschland ist Weltmeister! Was 2014 hoffentlich auch im Fußball wieder gelingt, gilt heute schon bei den Wartezeiten auf einen Arzttermin. Von elf Ländern - darunter die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Schweden, Kanada, Frankreich und die Schweiz - sind die Wartezeiten auf einen Facharzttermin in Deutschland am kürzesten." Dieses Ergebnis der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) griff der KBV-Vorstand in seiner Rede auf. "Hier vor Ort wird uns allen insbesondere von den Krankenkassen gerne das Bild vermittelt, die Wartezeiten seien zu lang. Es sind die Krankenkassen, die die Versorgung schlechtreden und dabei den Ärzten die Schuld in die Schuhe schieben", sagte er.
Im Versorgungsstrukturgesetz habe die KBV viel erreicht, um die Attraktivität des Arztberufes zu erhöhen, zählte Müller auf: "Langzeitverordnungen von Heilmitteln sollen nicht mehr unter die Wirtschaftlichkeitsprüfung fallen. Der Grundsatz 'Beratung vor Regress' wird deutlich gestärkt. Das gemeinsam mit der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände entwickelte Zukunftsmodell für die Arzneimittelverordnung kann in Modellvorhaben erprobt werden." Er appellierte an die Skeptiker, dem Zukunftsmodell eine Chance zu geben. "Damit können wir beweisen, dass wir keine preisbezogenen Richtgrößen und keine Regresse brauchen, um wirtschaftlich zu verordnen", sagte er.

Die gemeinsame Präventionsinitiative gehe 2012 bereits ins dritte Jahr und sei sehr erfolgreich, berichtete der KBV-Vorstand. Der Impf-Flyer mit dem Titel "Klein und gemein" ist bislang insgesamt 1,4 Millionen Mal ausgegeben worden. Der "Vorsorge-Checker" aus dem Jahr 2010 wurde mittlerweile sogar über 2 Millionen Mal gedruckt. Schwerpunkt im kommenden Jahr ist Gesundheitscheck und Impfen bei Jugendlichen.

Die Bundesarztsuche sei seit gestern in einer Version für Android-Smartphones erhältlich, gab Müller bekannt. Auch Besitzer eines solchen Gerätes können diese App ab sofort bei Google App Marketplace kostenlos herunterladen. Ende Dezember erscheint außerdem die Version 2.0 der iPhone-Bundesarztsuche im AppStore. "Diese bietet eine Reihe neuer Funktionalitäten. Dazu gehören die Übernahme von Arztdaten ins persönliche Adressbuch, eine verbesserte Darstellung bei Ärzten mit Doppelzulassungen, das Speichern von Arztfavoriten und viele weitere Verbesserungen", so Müller.

Zum Thema EBM führte er aus, dass Kontakte mit Patienten, deren Versorgung zeitaufwendiger ist, zum Beispiel solche mit mehreren chronischen Erkrankungen, besser vergütet werden sollen. Das gleiche gelte für die Erstdiagnose schwerwiegender Erkrankungen. "Wir wollen auch die Chronikerpauschale differenzieren, um Multimorbidität besser abbilden zu können", erläuterte der KBV-Vorstand.

Quelle und Kontaktadresse:
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Körperschaft des öffentlichen Rechts Dr. Roland Stahl, Pressesprecher Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin Telefon: (030) 4005-0, Telefax: (030) 4005-1093

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