Nahrungsmittelhersteller und Erzeuger von Bioenergie setzen teilweise die gleichen Rohstoffe ein / Die Ernährungsindustrie fordert die Sicherung ihres Rohstoffbezugs
(Berlin) - Bioenergie spielt für die Energieversorgung und den Klimaschutz eine große Rolle. Das elementare Interesse der Ernährungsindustrie nach einer gesicherten Rohstoffversorgung zu vertretbaren Preisen muss aber berücksichtigt werden.
Die deutsche Ernährungsindustrie begrüßt prinzipiell den Ausbau erneuerbarer Energien. Angesichts der aktuellen Energie- und Klimaproblematik mit einhergehenden hohen Preisen für Strom und Gas sowie der begrenzten Verfügbarkeit fossiler Energieträger ist es wichtig, alternative, kostengünstige Energiequellen zu erschließen. Der verstärkte Ausbau CO2-neutraler Energiequellen ist zu unterstützen, um damit einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Die gleichzeitige Sicherstellung der zukünftigen Verfügbarkeit von Rohstoffen in ausreichender Menge und zu akzeptablen Preisen ist dabei allerdings von existentieller Bedeutung für die Ernährungsindustrie. Je nach Be- und Weiterbearbeitungsgrad, stellen die Rohstoffkosten einen wesentlichen Anteil an den gesamten Produktionskosten dar. In der Vergangenheit sind die Preise für verschiedene Rohstoffe, wie beispielsweise Rapsöl, Getreide und Stärke, aufgrund verschiedener Ursachen signifikant gestiegen.
Die BVE fordert daher, bei der Förderung von Bioenergien auf die Nutzungskonkurrenz zwischen energetischer Nutzung und Ernährung zu achten.
In diesem Kontext ist auch von Bedeutung, dass Drittlandimporte aufgrund der GVO-Problematik und international zurückgehender Beschaffungsquellen für verschiedene Rohstoffe in der Ernährungsindustrie keine Alternative darstellen. Der EU-Ursprung ist für entsprechende Rohstoffe, beispielsweise Mais und Rapsöl, daher unabdingbar, solange gentechnisch veränderte Lebensmittel vom Verbraucher nicht akzeptiert werden.
Um Wettbewerbsverzerrungen und Beeinträchtigungen der heimischen Nahrungsmittelproduktion zu vermeiden, dürfen Bioenergien von staatlicher Seite deshalb nicht unangemessen gefördert werden. Diese müssen sich, wie andere Güter und Dienstleistungen auch, prinzipiell aus eigener Kraft auf dem Markt durchsetzen. Hinsichtlich der Festsetzung EU-weiter und national verpflichtender Ziele im Bereich der Bioenergie stellt es für die Ernährungsindustrie ein Erfordernis dar, dass in den relevanten Rahmenregelungen flexible Mechanismen vorgesehen werden, die es ermöglichen, im Fall von ernsthaften Engpässen in der Rohstoffversorgung für die Lebensmittelherstellung, adäquat reagieren zu können.
Sofern dies nicht sichergestellt werden kann, wird es unumgänglich sein, steigende Rohstoffkosten in den Abgabepreisen der Nahrungsmittel zu berücksichtigen.
Praktikable Ansätze, die angespannte Situation an den Rohstoffmärkten zu entspannen, sieht die Ernährungsindustrie in der Beseitigung der Flächenstilllegung und der Auflösung von Interventionsbeständen. Ein weiterer Aspekt ist zudem die weitere, intensive Entwicklung von so genannten Biokraftstoffen der zweiten Generation, die eine Nutzungsdifferenzierung zwischen Bioenergie und Nahrungsmitteln ermöglichen können, sowie von Agrarstoffen, die das Angebot von Biomasse erweitern.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE), Haus der Land- und Ernährungswirtschaft
Dr. Sabine Eichner Lisboa, Geschäftsführerin, Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon: (030) 200786-0, Telefax: (030) 200786-299
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