Pressemitteilung | Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD)
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Neuer Shell Diesel lässt viele Fragen offen / Mehr als nur eine große PR-Kampagne?

(Frankfurt am Main) - Ab heute (1. Oktober 2007) kann bei Shell der neue Diesel getankt werden, der mit dem Slogan "Bis zu 552 km weiter fürs gleiche Geld" beworben wird. Das erweckt den Anschein, dass das neue Diesel dieses Konzerns besser ist, als die Dieselkraftstoffe anderer Konzerne.

Diese scheinbare Aussage wird jedoch nach Ansicht des Automobilclubs von Deutschland (AvD) nicht durch die eigenen öffentlichen Darstellungen des Konzerns gedeckt.

Es wurde nicht mit dem Diesel-Kraftstoff der Mitbewerber verglichen, sondern lediglich mit dem Standartdiesel EN590 im für die Entwicklung von Pkw-Kraftstoffverbräuchen maßgeblichen NECD-Zyklus, der mit keinen Additiven versetzt ist. Der Kraftstoff der an den meisten Tankstellen in Deutschland verkauft wird, ist jedoch auch schon mit Zusätzen versehen, die den Verbrennungsvorgang optimieren und damit hochwertiger als der von Shell verwandte Vergleichskraftstoff.

Auch lässt Shell die Bezugsgröße zu den "552 Kilometer weiter fahren offen" geht es um eine Jahresfahrleistung von 20.000, 50.000 oder gar 100.000 Kilometer? Das wäre aber entscheidend, um den Sparvorteil für den Kraftstoff auszurechnen.

Statt einer der klaren Aussage mit dem neuen Kraftstoff sinkt der Verbrauch um xx-Prozent, erklärt Dr. Josef Waltl, Leiter des weltweiten Shell Tankstellengeschäftes, lediglich, dass sich durch eine spritsparende Fahrweise und den neuen Kraftstoff zusammen mindestens zehn Prozent Kraftstoff sparen könne. Wie viel davon alleine durch den Kraftstoff erreicht wird, wird nicht gesagt.

Spritspartrainings des AvD haben ergeben, dass sich mit ein paar Verhaltensregeln sogar bis zu 25 Prozent Kraftstoff einsparen lassen, also deutlich mehr als Dr. Josef Waltl erklärt und zwar ungeachtet vom verwendeten Kraftstoff. Das zeigt, dass der Fahrer alleine den größten Effekt für die Umwelt erreichen kann, denn bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff bedeuten auch immer bis zu 25 Prozent weniger Schadstoffe für die Umwelt. Und am Ende bis 25 Prozent mehr Geld im Portemonnaie.

Folgende einfache Tipps müssen dafür beachtet werden:

1. Dachgepäckträger abmontieren, Fenster schließen: Weniger Luftwiderstand bedeutet weniger Verbrauch.

2. Das Auto von unnötigem Ballast befreien: 100 Kilo Gewicht erhöhen den Verbrauch um rund 0,5 Liter.

3. Auf den richtigen Luftdruck der Reifen achten: Ist der zu niedrig, werden sie zu wahren Benzinfressern, außerdem ist die Sicherheit beim Fahren nicht mehr gewährleistet. Der Reifendruck kann 0,2 bar über das Soll erhöht werden, um den Rollwiderstand zu minimieren und so Kraftstoff zu sparen.

4. Kraftstoffsparende Fahrweise:

a) Vorausschauend Fahren: Rechtzeitig vor der roten Ampel Fuß vom Gas und den Wagen eingekuppelt rollen lassen. Wer länger steht sollte den Motor ausschalten, das lohnt schon für ein paar Sekunden.

b) Bleifuß sorgt für hohen Verbrauch: Wer immer Vollgas fährt, sorgt für hohen
Verbrauch. Bei gleichmäßiger Fahrweise und moderatem Tempo lässt sich der Verbrauch deutlich senken.

c) Rechtzeitig Schalten: Den Wagen nicht hochtourig fahren, sondern frühzeitig in einen höheren Gang schalten. Schaltmuffel brauchen mehr Kraftstoff.

d) Spritfresser Klimaanlage: Die Klimaanlage sollte nur eingeschaltet werden, wenn sie auch wirklich benötigt wird.

Grundsätzlich begrüßt der Automobilclub von Deutschland (AvD) dass alle Mineralölkonzerne ständig versuchen ihre Kraftstoffe zu verbessern um so Einsparpotentiale auszuschöpfen. Wünschenswert wäre es, wenn die beworbenen Aussagen der Konzerne auch für die Kunden transparent gemacht werden und dann auch die am deutschen Markt erhältlichen Kraftstoffe miteinander verglichen würden.

Quelle und Kontaktadresse:
Automobilclub von Deutschland e.V. (AvD) Pressestelle Lyoner Str. 16, 60528 Frankfurt am Main Telefon: (069) 66060, Telefax: (069) 6606260

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