Pressemitteilung | Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)
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Neuer Stand beim “Studienstandort-Barometer”: mehr Arzneimittelstudien in Deutschland erwartet

(Berlin) - Deutschland ist als Standort für Industrie-veranlasste klinische Studien seit Juli 2025 ein Stück weit attraktiver geworden; und das könnte sich in den nächsten zwölf Monaten sogar noch fortsetzen. Allerdings bremsen Personalmangel und die unzureichende digitale Infrastruktur den weiteren Ausbau des deutschen Studienwesens. Das ist die aktuelle Einschätzung von Pharmaunternehmen und Auftragsforschungsinstituten für Studiendurchführung (CROs) sowie Studien-erfahrenen Kliniken und Praxen, die für das „Studienstandort-Barometer“ befragt wurden. Auftraggeber waren der Bundesverband Medizinischer Auftragsinstitute (BVMA), der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Realisiert wurde die Befragung – wie schon die erste „Barometer“-Umfrage im Juli 2025 – von der Unternehmensberatung Vintura.

Das “Studienstandort-Barometer” dient dazu, die Wirkung von Verbesserungsmaßnahmen oder auch neuen Handicaps auf den Umfang der industrieveranlassten klinischen Arzneimittelstudien in Deutschland sichtbar zu machen und Hemmnisse zu identifizieren. Dafür wird zweimal im Jahr der aktuelle Stand ermittelt.

„Es ist für Politik wie Industrie gleichermaßen erfreulich, an der Barometer-Befragung ablesen zu können, dass das Medizinforschungsgesetz den Studienstandort wirklich gestärkt hat“, sagt Dr. Matthias Meergans, Geschäftsführer Forschungspolitik des vfa. „Ich denke hier etwa an die verpflichtenden Standardvertragsklauseln und die Neuregelungen für den Strahlenschutz.“

„Zugleich wird aber deutlich, welche Defizite bisher nicht politisch adressiert wurden“, so Martin Krauss vom BVMA. „So sehen sich Kliniken und Arztpraxen vor allem durch die Knappheit von Studienpersonal bei der Mitwirkung an Studien gebremst. Nötig sind mehr passende Module in den MINT-bezogenen Studien- und Ausbildungsgängen sowie attraktive Karrierepfade und Vergütungsstrukturen für das Studienpersonal!“

Und Prof. Jens Peters vom BPI betont: „Damit nicht länger fehlende digitale Prozesse die Studienaktivität begrenzen, sollte die in Praxen und Krankenhäusern eingesetzte Software zur Verwaltung der Patientenakten künftig obligatorisch auch Funktionalitäten für klinische Studien enthalten. Ein weiterer Knackpunkt: Bislang ist im Medizinforschungsgesetz beispielsweise unklar, welche Art von elektronischer Signatur für die Einwilligung zur Teilnahme an klinischen Studien erforderlich ist.“
Handlungsempfehlungen

Erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung des Studienstandorts haben die Verbände vfa, BPI und BVMA als „Handlungsempfehlungen 2.0“ veröffentlicht. Sie betreffen fünf Aktionsfelder:

1. Fachkräftemangel entschlossen bekämpfen
2. Bürokratie abbauen – Forschung beschleunigen
3. Studien und klinische Prüfungen in der Bevölkerung sichtbarer machen
4. Digitalisierung als Sprungbrett – nicht als Stolperstein
5. Forschungsförderung verbessern für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen klinischen Forschung
Ermittlung der Barometer-Werte und Hindernisse

Für die numerischen Barometer-Werte zum Studienstandort holte Vintura im Januar 2026 Auskünfte bei Mitgliedsunternehmen von BVMA, BPI und vfa ein. Die resultierenden Antworten von 29 CROs und 26 Pharmaunternehmen wurden je nach Studienaktivität gewichtet und verrechnet.

Auf Skalen von -100 bis +100 schätzten die Pharmaunternehmen und CROs die aktuelle Lage im deutschen Studienwesen mit durchschnittlich +27 positiv ein, ebenso die Möglichkeit zur weiteren Steigerung mit +34. Daraus errechnet sich ein positiver Gesamtwert von +31. Im Juli 2025 hatte dieser Wert noch bei nur +9 gelegen; errechnet aus einer Lagebewertung von -3 und einem erwarteten Trend von +24.

Zur Ermittlung der vordringlichen Hindernisse für eine Ausweitung der Studienaktivität befragte Vintura Studienzentren unterschiedlicher Art: Universitätsklinika, nicht-universitäre Kliniken und Arztpraxen. 169 von ihnen haben geantwortet.

Das nächste Update des Barometers ist für Sommer 2026 geplant.

Quelle und Kontaktadresse:
Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA), Jochen Stemmler, Pressesprecher(in) Politik, Charlottenstr. 59, 10117 Berlin, Telefon: 030 206040

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