Neuer Zinsschritt der Fed
(Berlin) - Angesichts des erneuten Zinsschrittes der Fed erklärt Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes folgendes.
Die Senkung des Notenbankzinses um 25 Basispunkte entsprach den Erwartungen. Die US-Notenbank schätzt vor dem Hintergrund der anhaltenden Schwäche im Immobiliensektor die Wachstumsperspektiven der US-Wirtschaft offensichtlich als eher gedämpft ein. Wir teilen diese Einschätzung. Stärke und Dauer des Abschwungs beim Wohnungsbau dürften am Arbeitsmarkt und in anderen Sektoren der Realwirtschaft, vor allem dem privaten Konsum, Wirkung haben, wenn auch mit einiger Verzögerung. Andererseits zeigt die Begrenzung der Zinsanpassung auf 25 Basispunkte, dass die Notenbank das Risiko einer Rezession in den USA nach wie vor als relativ gering ansieht.
Mit dem letzten großen Zinsschritt wollte die Fed sich wohl auch Bewegungsfreiheit verschaffen. Die Erwartungshaltung an den Finanzmärkten im Vorfeld der jetzigen Zinsentscheidung zeigt, dass dies nicht gelungen ist. In Anbetracht der schwächeren Wachstumsperspektiven sieht die Fed aber offenbar keine grundlegenden Inflationsgefahren, die einer begrenzten Absenkung des Zinsniveaus entgegenstehen würden.
Mit dem neuerlichen Zinsschritt seitens der Fed verschieben sich die Zinsdifferenzen zwischen Dollar- und Euro-Anlagen weiter zugunsten der europäischen Währung. Das dürfte den Außenwert des Euro zusätzlich auf einem fundamental überhöhten Niveau halten.
Die EZB muss gleichwohl der Fed nicht folgen; denn die Wachstumsperspektiven im Euro-Raum sind trotz des hohen Euro-Kurses recht positiv, und ähnliche Entwicklungen wie am US-Hypothekenmarkt sind nicht abzusehen. Außerdem liegt die Inflationsrate über der Zielvorgabe der Notenbank. Die aktuelle Preissituation im Euro-Raum ist auf der anderen Seite aber auch kein zwingender Grund für die EZB, ihre Leitzinsen jetzt anzuheben. Denn die Inflationsaussichten für das Jahr 2008 sind nach wie vor gedämpft, und die Verspannungen am Geldmarkt sowie der Anstieg des Eurokurses haben schon zu einer Straffung der Finanzierungsbedingungen geführt. Auch vor dem Hintergrund der noch nicht bewältigten Finanzmarktturbulenzen sollte die EZB wachsam bleiben und die weitere Entwicklung in Ruhe beobachten.
Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband deutscher Banken e.V. (BdB)
Pressestelle
Burgstr. 28, 10178 Berlin
Telefon: (030) 16630, Telefax: (030) 16631399
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