Pressemitteilung | Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

Niederlassung als Kassenarzt oft nicht mehr empfehlenswert - junge Ärzte brauchen eine verlässliche Antwort

(Neumünster) - Mit drastischen Worten machte die Kandidatin für ein Vorstandsamt der Bundesärztekammer aus den Reihen der niedergelassenen Ärzte, Frau Dr. Ellen Lundershausen, heute (24. Mai 2011) Morgen gegenüber der Presse die Honorarsituation verschiedener niedergelassener Facharztgruppen klar:

"In verschiedenen Facharztbereichen sind die Praxen nicht mehr aus den Honoraren für Kassenpatienten finanzierbar. Mir liegen Berichte von Kollegen vor, die bei vollem Wartezimmer und hoher Scheinzahl nicht mehr existieren können. Bislang gilt dies zwar nur für einige Bundesländer und einige Fachgruppen, aber es trifft vor allem Ärzte, die nur Kassenpatienten behandeln. Eine Verbesserung dieser Situation ist zurzeit jedoch nicht erkennbar."

Ein Arzt muss bei durchschnittlicher Scheinzahl und regelrechter Arbeitszeit in Deutschland von Kassenpatienten leben können und ein dem stationären Bereich in Verantwortung vergleichbares Einkommen erwirtschaften können. Dazu muss noch ein Unternehmerlohn treten, der die Investition in eine eigene Praxis erst rechtfertigt. Da diese Voraussetzungen immer weniger gegeben sind, entsteht insbesondere bei jungen Kollegen immer mehr der Eindruck, dass niedergelassene Fachärzte zur wohnortnahen Patientenversorgung nicht mehr gebraucht würden. Ein finanzielles Siechtum bei engagierter Arbeit ist ein unhaltbarer Zustand.

Die niedergelassene Ärzteschaft hat maßgeblichen Anteil am hohen Niveau der Patientenversorgung in Deutschland. Alle Akteure im Gesundheitswesen haben die Pflicht, ehrlich mit den Zukunftsaussichten junger Ärztinnen und Ärzten umzugehen. Dieses Thema muss auch ein Schwerpunkt der Arbeit des nächsten Vorstandes der Bundesärztekammer werden. Es geht auch um die Wertschätzung der niedergelassenen ärztlichen Arbeit," sagte Lundershausen, Vizepräsidentin des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte.

Quelle und Kontaktadresse:
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V., Bundesgeschäftsstelle Pressestelle Haart 221, 24539 Neumünster Telefon: (04321) 97250, Telefax: (04321) 972611

(el)

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