Paradox: Netzentgeltsteigerungen trotz Kürzung durch Bundesnetzagentur
(Essen) Trotz starker Kostenkürzungen durch die Bundesnetzagentur kommt es für industrielle Stromkunden zum Teil zu deutlichen Steigerungen der Netzentgelte. Die Kürzungen klingen auf den ersten Blick zwar beeindruckend: -18 Prozent bei Vattenfall, -16 Prozent bei E.ON, -14 Prozent bei EnBW und -10 Prozent bei RWE. In diesem Umfang hat die Bundesnetzagentur allerdings lediglich die beantragte Kostensteigerung der Höchstspannungsnetze der Unternehmen gekürzt, und nicht etwa das bisherige Netzentgeltniveau, so der VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft.
Ein Beispiel: Ein industrieller Höchstspannungskunde mit 5.000 Benutzungsstunden und einem jährlichen Strombedarf von 350 Mio. Kilowattstunden zahlt beim Netzbetreiber RWE Transportnetz AG zukünftig rund 9,45 Prozent höhere Netzentgelte oder rund 217.000 Euro mehr als im Vorjahr, auch wenn sich in den nachfolgenden Ebenen des RWE Netzes diese Steigerung auf ein im Vergleich mit dem Vorjahr nahezu konstantes Niveau reduzieren vom Ziel niedrigerer Entgelte ist bei RWE nichts übrig geblieben.
Bei den übrigen Höchstspannungsnetzbetreibern sieht die Entwicklung im Ein-Jahresvergleich besser aus: Die genehmigten Höchstspannungsnetzentgelte 2006 liegen unter dem Vorjahresniveau. Aber schon beim Rückblick auf das Vorfeld schwindet dieser Eindruck. Seit 2001 sind diese Netzentgelte bereits von einem hohen Niveau aus noch einmal um durchschnittlich 28,5 Prozent gestiegen, auch unter Einbezug der jüngsten Bescheide der Bundesnetzagentur. Die von der Bundesnetzagentur aktuell vorgeschriebenen Senkungen sind also bei weitem nicht ausreichend, um allein diese Steigerungen im Vorfeld der Regulierung wieder einzufangen.
Die Bundesnetzagentur hat also noch einiges zu tun, um die Benachteiligung der Stromkunden zu verringern. Es stehen derzeit noch zahlreiche Kostengenehmigungen im Mittel- und Niederspannungsbereich für 2006 aus. Aus Sicht des VIK sollte die Bundesnetzagentur hier außerordentlich deutliche Zeichen für Wettbewerb und Kundenentlastung setzen!
Quelle und Kontaktadresse:
VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V.
Roland Schmied, Pressesprecher
Richard-Wagner-Str. 41, 45128 Essen
Telefon: (0201) 810840, Telefax: (0201) 8108430
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