Perspektiven für Jugendliche statt Erziehungslager
(Berlin) - Die aktuelle Diskussion um Jugendgewalt lenke von den wirklich drängenden Problemen der Jugendlichen ab, hieß es bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Das Problem der jungen Generation sei in erster Linie ein Perspektivenproblem.
Die Forderung nach Erziehungscamps sei "aggressiv autoritär" und die gesamte Debatte populistisch und rückwärtsgewandt. Anstatt über Erziehungslager zu diskutieren, sollte die Wirtschaft in die Pflicht genommen werden. Noch immer würden im aktuellen Ausbildungsjahr fast 300.000 betriebliche Ausbildungsplätze fehlen. Gute Bildung, Berufs- und Ausbildungschancen seien die beste Prävention gegen Jugendkriminalität.
Im September 2007 hatten 295.417 junge Menschen keinen betrieblichen Ausbildungsplatz. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind davon überdurchschnittlich betroffen, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung bekannt gab. 41 Prozent von ihnen hätten keine Berufsausbildung, während dieser Anteil bei gleichaltrigen Deutschen nur bei 15 Prozent liege. Allein zwischen 1994 und 2005 habe sich die Zahl der Auszubildenden aus Migrantenfamilien halbiert, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung weitgehend konstant geblieben sei.
Junge Migranten würden daher besonders oft unter schwerwiegenden Chancenbarrieren beim Einstieg in das Berufsleben leiden.
ver.di fordert eine Abgabe von Betrieben, die ausbilden könnten, es aber nicht tun. So ließen sich die Kosten der Berufsausbildung gleichmäßig verteilen und bessere Perspektiven für Jugendliche schaffen.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V., Bundesvorstand
Harald Reutter, Pressesprecher
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: (030) 69560, Telefax: (030) 69563956
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