Pressemitteilung | Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen e.V. (bad) - Bundesgeschäftsstelle
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Pflegeeinrichtungen unter wirtschaftlichem Druck: Marktzahlen bestätigen Warnungen des bad

(Essen) - Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. warnt angesichts aktueller Marktdaten vor einem weiteren Verlust pflegerischer Versorgungsstrukturen. Nach Zahlen von Pflegemarkt.com wurden im Januar 2026 bundesweit 70 ambulante Pflegedienste geschlossen, während lediglich 68 neu eröffneten. Dadurch verloren mehr als 4.400 Kundinnen und Kunden ihren bisherigen Versorger. Besonders betroffen von den Schließungen sind private Träger, die den größten Teil der ambulanten Versorgung in Deutschland tragen. Auch in der Tagespflege sind Rückgänge zu verzeichnen. Hinzu kommt, dass im stationären Bereich im vergangenen Jahr kaum neue Pflegeplätze geschaffen wurden.

Für den bad-Bundesvorsitzenden Andreas Kern bestätigen diese Entwicklungen die langjährig erhobenen Warnungen des Verbandes:
„Die Politik versucht, immer wieder zu suggerieren, die Lage sei gar nicht so problematisch. Doch die Berichte unserer Mitgliedsbetriebe zeigen uns seit längerer Zeit, wie ernst die Situation ist. Die aktuellen Zahlen von Pflegemarkt.com bestätigen dies nun und widerlegen die Schönrederei eindeutig.“

bad-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kapp betont: „Wir haben es hier nicht mit Einzelfällen privater Pflegebetriebe zu tun, sondern mit einem strukturellen Problem, das die Versorgung pflegebedürftiger Menschen allgemein gefährdet. Die gerade veröffentlichte bundesweite Befragung der Freien Wohlfahrtspflege zeigt, dass nicht nur private Pflegeeinrichtungen ohne eigenes Verschulden in wirtschaftliche Schieflagen geraten.“

Dass es zu dieser Gesamtentwicklung gekommen sei, so Kern weiter, verwundere nicht, da tiefgreifende Reformen seitens der Bundesregierung – trotz alarmierender Warnungen der Branche - weiterhin ausblieben. Deshalb fordert der bad e. V. unverzüglich eine grundlegende Pflegereform, die auf den Fortbestand und die wirtschaftliche Existenzsicherung der Pflegeeinrichtungen abzielt:
„Keinesfalls darf sich eine Pflegereform – wie von der Bund-Länder-AG vorgeschlagen – nur auf Einsparungen konzentrieren. Das würde die pflegerische Versorgung weiter verschlechtern.“

Als kurzfristige Maßnahmen hält der bad-Bundesvorsitzende insbesondere eine rechtssichere und vollständige Refinanzierung der durch die Tariftreuepflicht gestiegenen Lohnkosten für erforderlich: „Zudem bedarf es einer deutlichen Anhebung der Sachleistungsbeträge, die künftig prospektiv an die zu erwartenden Mehrkosten angepasst werden müssen." Dass dies erforderlich ist, zeigt auch die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke, nach der die Sachleistungsbeträge der Pflegeversicherung seit Jahren inflationsbedingt an Kaufkraft verlieren und deshalb aus Sicht des bad e. V. ihre Funktion nicht mehr erfüllen.

Quelle und Kontaktadresse:
Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen e.V. (bad) - Bundesgeschäftsstelle, Zweigertstr. 50, 45130 Essen, Telefon: 0201 354001

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