PISA-Studie / Kritik am föderalen Bildungssystem berechtigt
(Berlin) - Die Ergebnisse der neuen PISA-Studie verdeutlichen, dass die Kritik am deutschen Bildungssystem in seiner bisherigen föderalen Ausprägung berechtigt ist. Deutschland muss verstärkt gesamtstaatlich handeln, statt die Bildung dem Verteilungskampf zwischen Bund und Ländern zu opfern, so Petra Gerstenkorn, Mitglied des Bundesvorstands der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).
Die Veröffentlichung der PISA-Studie sollte den Politikern in der Föderalismuskommission noch einmal Anlass zum Nachdenken sein. Dort werde von Ländervertretern zum Beispiel beabsichtigt, dem Bund jegliche Kompetenz im Hochschulwesen und beim Hochschulbau abzusprechen. Dies führe zur Kleinstaaterei, statt die deutschen Hochschulen in gemeinsamer Verantwortung von Bund und Ländern im europäischen Hochschulraum und im internationalen Wettbewerb hervorragend zu platzieren.
Mindestens der Hochschulzugang und die -zulassung, die Hochschulabschlüsse sowie die Grundsätze des Personalrechts müssen durch Bundesgesetz einheitlich geregelt werden. Ebenso gehört der Hochschulbau als gemeinschaftliche Aufgabe von Bund und Ländern gemeinsam finanziert, sagte Gerstenkorn. Die PISA-Studie war uns Anlass, die Akteure in der Föderalismusdebatte noch einmal an ihre Verantwortung für die Zukunft der deutschen Wissenschaft und Forschung zu erinnern und sie auf mögliche negative Folgen ihrer Empfehlungen hinzuweisen.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V.
Potsdamer Platz 10, 10785 Berlin
Telefon: 030/69560, Telefax: 030/69563956
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