Pressemitteilung | VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz
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Prozessauftakt in Halle (Saale): Welpenhändler:innen vor Gericht

(Hamburg) - Das Landgericht Halle (Saale) verhandelt ab dem morgigen Dienstag, den 05. Mai 2026, einen der größten Gerichtsprozesse zum illegalen Welpenhandel. Insgesamt sechs Angeklagte müssen sich an derzeit acht anberaumten Verhandlungstagen wegen mehreren Taten gewerbsmäßigen Betrugs verantworten – es geht um Schäden von mehr als 40.000 Euro, ihnen drohen teilweise mehrere Jahre Haft. VIER PFOTEN recherchiert seit Jahren zu diesen Fällen und steht mit betroffenen Welpenkäufer:innen in engem Kontakt. Die globale Stiftung für Tierschutz fordert das Gericht dazu auf, die einzelnen Fälle vollumfänglich aufzurollen und angemessene Strafen für die illegalen Welpenhändler:innen zu verhängen.

Den Angeklagten wird laut der Ankündigung des Gerichts vorgeworfen, zwischen November 2019 und Juni 2021 Hundewelpen an gutgläubige Käufer:innen verkauft und dabei über deren Rasse und Herkunft getäuscht zu haben. Der Verkauf soll regelmäßig über Kleinanzeigen-Plattformen erfolgt sein. Die Angeklagten sollen bewusst wahrheitswidrig behauptet haben, bei den Welpen handele es sich um in Deutschland geborene Hunde einer bestimmten Rasse, die als Familienhunde aufgezogen werden könnten. Stattdessen sollen die Tiere aus einer tschechischen Zwangszucht verschiedener Mischlingshunde, die teilweise aus Osteuropa zugekauft worden seien, gestammt haben und entgegen der vorgelegten Dokumente (Impfpässe, Gesundheitszeugnisse, EU-Heimtierpässe) in vielen Fällen in einem schlechten Allgemeinzustand gewesen sein. Laut Gericht soll den Käufer:innen ein Schaden in Höhe von insgesamt 42.340 Euro entstanden sein. Im Falle einer Verurteilung droht jeweils eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

„Illegaler Welpenhandel ist kein Kavaliersdelikt“

„Der Gerichtsprozess in Halle ist hoffentlich ein entscheidender erster Schritt, um diesen mutmaßlichen bundesweiten Welpenhändlerring zu sprengen und die Angeklagten angemessen zu verurteilen. Illegaler Welpenhandel ist ein kriminelles Geschäft auf dem Rücken hilfloser Tiere und die Strukturen dahinter sind häufig undurchdringlich. Dass sich hier gleich sechs Angeklagte verantworten müssen, bietet dem Landgericht Halle die einmalige Chance, ein klares Zeichen zu setzen! Denn Illegaler Welpenhandel ist kein Kavaliersdelikt, sondern häufig organisierte Bandenkriminalität mit vielen Opfern: den wehrlosen Welpen, geschundenen Muttertieren und arglosen Käufer:innen“, sagt Birgitt Thiesmann, Expertin illegaler Welpenhandel bei VIER PFOTEN.

Quelle und Kontaktadresse:
VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz, Corinna Madjitov, Referent(in) Presse und Kommunikation, Lübecker Str. 128, 22087 Hamburg, Telefon: 040 399249-0

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