Pressemitteilung | Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.
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Psychische Belastungen dürfen nicht zum Ausbildungsabbruch führen

(Stuttgart) - Mehr als 4.500 verhinderte Ausbildungsabbrüche und über 7.600 begleitete Fälle: Die Erfahrungen aus dem landesweiten Unterstützungsangebot „Erfolgreich ausgebildet“ zeigen, wie hoch der Unterstützungsbedarf bei belasteten Auszubildenden ist. Psychische Belastungen spielen dabei eine zunehmende Rolle – mit spürbaren Folgen für junge Menschen, Betriebe und die Fachkräftesicherung.

Der heutige Fachtag „Psychische Gesundheit bei Auszubildenden“ bringt deshalb Fachleute aus Beratung, Ausbildungspraxis, Psychologie und Politik zusammen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Lösungsansätze für den Umgang mit psychischen Belastungen in der dualen Ausbildung – von Prävention und Resilienzförderung bis zur besseren Unterstützung von Betrieben und Begleitstrukturen.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus, betont, wie wichtig ihr die Fortsetzung der Förderung von „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“ trotz schwieriger Finanzlage auch in den Jahren 2027 und 2028 ist: „Rund 80 Prozent der begleiteten Jugendlichen konnten seit Beginn des Programms im Jahr 2015 vor einem Ausbildungsabbruch bewahrt werden – das ist eine unglaubliche Erfolgsquote! Ich möchte allen, die junge Menschen während der Ausbildung begleiten, von Herzen für ihr Engagement danken. Ich bin überzeugt: Ihre Arbeit lohnt sich! Für die Unternehmen und unsere Wirtschaft im Land, vor allem aber für die jungen Menschen.“

Beim Fachkräftemangel werde oft über fehlende Köpfe und Hände gesprochen, viel zu selten aber über junge Menschen, die unter Druck geraten und Unterstützung brauchen, sagt Rainer Reichhold, Präsident von Handwerk BW. „Wenn psychische Belastungen eine Ausbildung gefährden, ist das kein individuelles Randproblem – sondern eine Herausforderung für unseren gesamten Wirtschaftsstandort.“

Gerade für Auszubildende besteht eine strukturelle Lücke: Anders als im schulischen oder hochschulischen Bereich gibt es in der dualen Ausbildung keine vergleichbaren Unterstützungsstrukturen. Umso wichtiger sind niedrigschwellige Hilfen, die junge Menschen frühzeitig erreichen und Betrieben Orientierung im Umgang mit schwierigen Situationen geben.
Die Projektdaten zeigen den Handlungsbedarf deutlich: Im Jahr 2025 waren Probleme im Betrieb mit 64 Prozent der häufigste Anlass für eine Begleitung, zugleich mussten 20 Prozent der Begleitungen aufgrund gesundheitlicher Belastungen beendet werden.

Das vom Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg geförderte Programm begleitet Auszubildende und Betriebe in herausfordernden Situationen und unterstützt dabei, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Seit Projektstart wurden bis Ende 2025 insgesamt 930 Betriebe individuell unterstützt sowie 3.240 Informations- und Austauschveranstaltungen für Auszubildende, Betriebe und Eltern durchgeführt.

Der Fachtag soll den fachlichen Austausch stärken und Impulse für die Weiterentwicklung bestehender Hilfsangebote setzen.
Seit 2015 unterstützt „Erfolgreich ausgebildet“ Auszubildende und Betriebe landesweit und branchenübergreifend in herausfordernden Situationen und trägt dazu bei, Ausbildungsabbrüche zu verhindern.

Quelle und Kontaktadresse:
Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V., Sabrina Kreuzer, Leiter(in) Kommunikation, Heilbronner Str. 43, 70191 Stuttgart, Telefon: 0711 263709-0

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