Quelle-Abwicklung ist ein Desaster für die Beschäftigten
(Berlin) - Als "tragischen Schlusspunkt einer Reihe politischer Fehlentscheidungen" bezeichnete die stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Margret Mönig-Raane, die Ankündigung des Insolvenzverwalters Klaus-Hubert Görg, das Traditionsunternehmen Quelle nicht mehr weiter führen zu können.
Insbesondere "parteitaktisches Kalkül" der Regierungsverantwortlichen sowie der langwierige bürokratische Prozess hätten zu Verzögerungen bei der Gewährung des dringend benötigten Massekredits in Höhe von 50 Millionen Euro geführt, die mit zum Ruin des Geschäfts beigetragen hätten.
Opfer dieser Politik seien unmittelbar die rund 1.500 Beschäftigten bei Quelle von insgesamt 10.500 Mitarbeitern der Primondo-Gruppe, von denen bereits rund 3.800 zum Jahresende beziehungsweise zu Ende Januar 2010 gekündigt seien. Auch die Beschäftigten in den Quelle-Service-Töchtern müssten um ihre Arbeitsplätze bangen. "Für die Beschäftigten und ihre Familien ist das ein Desaster. Sie müssen die ordnungspolitisch motivierten Schnellschüsse der Politiker und die unnachgiebige Haltung der Banken ausbaden", kritisierte Mönig-Raane.
Quelle/Primondo habe sich in einem guten Umstrukturierungsprozess befunden, als der Insolvenzantrag gestellt wurde. Dieser Weg sei durch die Insolvenz verbaut worden und habe nun ein jähes Ende gefunden. Maßgeblich habe auch die harte Verhandlungsposition der Banken zu der tragischen Abwicklungsentscheidung beigetragen: "Dass für die ernsthaft interessierten Investoren kein Weg für das sogenannte Factoring, also die Finanzierung des Versandgeschäfts, gefunden werden konnte, ist ein Armutszeugnis für die beteiligten Banken", machte Mönig-Raane deutlich.
Die Gewerkschafterin kündigte an, dass ver.di sich gemeinsam mit den Betriebsräten bei den Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern für die Bereitstellung öffentlicher Mittel für Qualifizierungen und andere Maßnahmen einsetze, damit die von Arbeitslosigkeit Betroffenen nicht ins Bodenlose fielen: "Da müssen jetzt die politisch Verantwortlichen ran, die eine wesentliche Mitschuld an der Entwicklung haben. Sie müssen den Beschäftigten eine Perspektive eröffnen", forderte Mönig-Raane.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bundesvorstand
Pressestelle
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: (030) 69560, Telefax: (030) 69563956
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