Pressemitteilung | Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. - Landesverband Berlin (ADFC)

Ride of Silence: Gedenken an getötete Radfahrende in Corona-Zeiten

(Berlin) - Zum heutigen "Ride of Silence"-Aktionstag wird weltweit an getötete Radfahrende im Straßenverkehr erinnert und für mehr Verkehrssicherheit protestiert. Aufgrund der derzeit geltenden eingeschränkten Corona-Demonstrationsbedingungen trägt der ADFC Berlin das Gedenken ins Netz. Unter dem Hashtag #RideOfSilence2020 teilen Menschen Fotos von brennenden Kerzen in den sozialen Medien. Eine kleine, vorab festgelegte Gruppe fährt auf dem Fahrrad eine Route entlang der Unfallorte aus den letzten Jahren.

"Heute gedenken wir mit einem digitalen Meer an brennenden Kerzen der getöteten Radfahrenden aus den letzten Jahren. Wir wollen Verkehrsunfälle nicht mehr hinnehmen als wären sie ein Schicksalsschlag. Vieles ist vermeidbar und zwar mit längst bekannten Maßnahmen. Senat und Bezirke müssen endlich die Vision Zero, das Ziel von null Verkehrstoten wirksam umsetzen und den Straßenraum sicher für alle neu aufteilen. Zum internationalen Ride of Silence-Aktionstag bringen wir unseren Protest ins Netz und fordern von der Politik, jetzt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen. Das heißt, endlich wirksame Maßnahmen gegen Abbiegeunfälle an Kreuzungen zu ergreifen, Radwege einzurichten und zu verbreitern und den Kfz-Verkehr zu verlangsamen und sicherer zu machen", sagt Daniel Pepper, zuständig für Verkehrssicherheit im Vorstand des ADFC Berlin.
Laut Unfallstatistik der Polizei Berlin verzeichnete die Stadt im Jahr 2019 genau 147.306 Verkehrsunfälle. Die Zahl der Radunfälle nahm im vergangen Jahr von 7.971 auf 7.854 leicht ab. Bei 5.469 Radunfällen wurden Radfahrende verletzt, davon in 670 Fällen schwer und in sechs Fällen mit Todesfolge. Somit ging die Zahl der Verletzten im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück, ist aber höher als in den vier Jahren zuvor. Besonders gefährdet sind nach wie vor Menschen zu Fuß und auf dem Fahrrad, zusammen bilden sie einen Anteil von 75 Prozent der Verkehrstoten. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sind bereits sieben Radfahrende im Verkehr zu Tode gekommen.

"Hunderte schwerverletzte und mehrere tote Radfahrende in nur einem Jahr sprechen eine traurige Sprache. Der Verkehr in Berlin muss deutlich sicherer werden. Schuld ist eine Verkehrspolitik, die den motorisierten Verkehr statt den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Städte wie Olso und Helsinki machen es längst vor: Mehr Platz für Menschen zu Fuß und auf dem Rad macht den Verkehr für alle sicherer", sagt Daniel Pepper.

In der ganzen Welt demonstrieren Radfahrende jährlich am dritten Mittwoch im Mai für mehr Sicherheit im Verkehr. Schweigend und in weißer oder heller Kleidung fahren die Demonstrierenden jene Orte der Stadt ab, an denen im vergangenen Jahr ein Mensch auf dem Fahrrad getötet wurde. In diesem Jahr findet das Gedenken in Berlin digital unter dem Hashtag #RideOfSilence2020 statt. Eine kleine Gruppe von Angehörigen und ADFC Berlin-Aktiven, die regelmäßig zum Gedenken Mahnwachen hält und die Geisterräder aufstellt, setzt auf dem Fahrrad ein Zeichen.

Quelle und Kontaktadresse:
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. - Landesverband Berlin (ADFC) Pressestelle Yorckstr. 25, 10965 Berlin Telefon: (030) 448 47 24, Fax: (030) 44340520

(ds)

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