RTL blockiert Tarifeinigung
(Berlin) - Mit Empörung reagiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf die Blockadepolitik der RTL-Geschäftsführung bei den laufenden Tarifverhandlungen. ver.di forderte deshalb Deutschlands größtes Privatfunkunternehmen auf, endlich konstruktiv an einer Tarifeinigung mitzuwirken.
Hintergrund der aktuellen Zuspitzung ist ein abrupter Kurswechsel der RTL-Geschäftsführung bei den Verhandlungen am 19. Dezember. Eine bereits greifbar nahe Einigung über ein konzernweites einheitliches Tarifgefüge ist dabei zunichte gemacht worden. Die Verhandlungen endeten ohne Ergebnis. RTL verweigert seinen Mitarbeitern demnach tarifliche Mindeststandards.
RTL wolle nunmehr frühestens 2010 eine einheitliche Entgeltstruktur im TV-Konzern schaffen. Verbindliche Regelungen zu Arbeitszeit und Zuschlägen sollten nicht mehr im Tarif, sondern über Betriebsvereinbarungen getroffen werden. Auch werde der angesichts der geplanten Umstrukturierungen geforderte Besitzstandsschutz beim Arbeitsplatzwechsel innerhalb der Sender-Familie verweigert. ver.di lehnt diese Pläne von RTL als völlig inakzeptabel ab.
RTL droht nun allen Beschäftigten mit neuen Arbeitsverträgen, die die Arbeitsbedingungen verschlechtern würden. Das hätte unter anderem Arbeitszeitverlängerung und sinkende Überstundenbezahlung zur Folge. Zudem würde die Nachwirkung des von RTL zum Jahresende gekündigten Tarifvertrages beendet.
ver.di fordert stattdessen eine Ausweitung des seit 2001 geltenden Tarifniveaus auf die gesamte Sender-Familie mit ihren rund 2000 Beschäftigten. Zudem müssten die Einkommensbedingungen bis Ende 2008 vereinheitlicht werden.
Quelle und Kontaktadresse:
ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft e.V., Bundesvorstand
Harald Reutter, Pressesprecher
Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin
Telefon: (030) 69560, Telefax: (030) 69563956
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