Pressemitteilung | Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV-RLP)
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Schindler: Anhaltende Wetterkapriolen bereiten Probleme in der Getreideernte

(Mainz) - „Die Natur hat in einigen Bereichen die anhaltende Trockenheit des Frühjahrs wieder aufholen können, kommentierte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e. V., Norbert Schindler, die aktuelle Situation. Dennoch seien bei der Winter- und Sommergerste Einbußen aufgrund des trockenen Frühjahrs zu verzeichnen. Außerdem mache der anhaltende Regen den Landwirten derzeit zu schaffen. Die bisherigen Erträge seien sehr heterogen, so der BWV-Präsident anlässlich der diesjährigen Erntepressekonferenz des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V. auf dem Betrieb von Reinhard Kappesser in Selzen.

Die Erträge seien von Standort zu Standort verschieden, so Schindler. Die Bandbreite reiche von Einbußen in Höhe von bis zu 20 Prozent auf sandigen Böden, bis hin zu einer Durchschnittsernte auf schweren Böden. Nun würden die Landwirte jedoch vor allem auf besseres Wetter hoffen, um ihre Ernte einbringen zu können. Die Regenfälle der vergangenen Wochen seien vor allem für Zuckerrüben und Mais positiv, für die Getreideernte sei es jedoch nun an der Zeit, dass sich das Wetter bessere. Dasselbe gelte für die Rapsernte, die ebenfalls begonnen habe. Viele Landwirte hätten die wenigen Sonnenstunden am vergangenen Wochenende genutzt, dennoch seien in der Vorder- und Südpfalz sowie in der Westpfalz erst rund 5 Prozent der Wintergerste geerntet. In Rheinhessen sei bisher rund 50 Prozent der Wintergerste abgeerntet, berichtete Schindler.

Der Weizen und die übrigen Getreidearten hätten sich in den vergangenen Wochen positiv entwickelt, so Schindler. Die Natur habe durch die Regenfälle vieles wieder aufholen können. Dennoch bleibe ein Restrisiko. Wenn es weiter regne, seien Einbußen zu erwarten. Die Landwirte hätten vor allem Angst vor Lagergetreide, so Schindler.

Die Preissignale hätten sich im bisherigen Ernteverlauf positiv entwickelt und gegenüber dem Vorjahresniveau deutlich stabilisiert. Schindler betonte, dies sei jedoch kein Grund zur Erhöhung der Bierpreise, wie dies in der vergangenen Woche von den Brauereien angekündigt wurde. Der Braugerstenwert in einem Liter Bier betrage gerade einmal 4 Cent, so Schindler. Selbst wenn sich der Braugerstenpreis verdopple, sei dies damit noch lange kein Grund, die Preise mit der Begründung anzuheben, die Gerstenpreise seien gestiegen, ärgerte sich der Bauernpräsident. Die Brauereien würden dieses Argument als ein willkommenes Alibi missbrauchen. Darüber hinaus betonte Schindler, dass die Mälzereien in den vergangenen Jahren nicht als fairer Marktpartner gegenüber den Landwirten aufgetreten seien. Die Folge sei, dass der Braugerstenanbau stark eingeschränkt wurde. Mehrere Braugerstengespräche zur Preisfindung hätten zu keinem für die Landwirte befriedigendem Ergebnis geführt, so Schindler. Die Landwirte hätten jedoch mit steigenden Treibstoff-, Pflanzenschutzmittel- und Düngemittelpreisen zu kämpfen.

Die Getreidepreisnotierungen würden mehr und mehr von den Wettermärkten bestimmt. „Derzeit zeichnen sich Einstandspreise zur Ernte 2007 ab, die 40 bis über 60 Prozent über den Vorjahrespreisen liegen“, so BWV-Präsident Norbert Schindler. Insbesondere die Trockenheit in Australien und in der Schwarzmeerregion bleibe nicht ohne Wirkung, wie die Marktreaktionen auf die Juni-Berichte des US-Landwirtschaftsministeriums zeigten, das die Ernteprognosen in der vergangenen Woche nach unten korrigiert habe. Auch die EU - Interventionsläger seien so gut wie leer. Bereits seit mehreren Jahren werde weltweit mehr Getreide verbraucht als erzeugt, dies schlage sich nun auf stabilere Preise nieder, erläutert Schindler. Die Weltvorräte an Getreide seien in diesem Jahr auf einen Verbrauch von 2 Monaten abgeschmolzen.

Zu sehen sei diese Entwicklung auch an den Terminmärkten, die trotz generellem Anstieg erheblichen Schwankungen unterworfen seien. Dies mache eine stetige Marktbeobachtung unverzichtbar, um das Risiko zu streuen. Aufgrund der großen Dynamik in den Märkten könnten jedoch auch Preiskorrekturen nach unten drohen.

Die Gemüse, Frühkartoffel- und Obsternte sei bisher in diesem Jahr ebenfalls zufriedenstellend verlaufen, kommentierte der BWV-Präsident. Die Weinreben hätten derzeit einen Vegetationsvorsprung von rund 2 Wochen. Die Prognosen für die diesjährige Weinernte seien durchweg positiv. Für Euphorie sei es jedoch deutlich zu früh, da gerade der Wein im Herbst noch viele Sonnenscheintage benötige, so Schindler abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. Pressestelle An der Brunnenstube 33-35, 55120 Mainz Telefon: (06131) 62050, Telefax: (06131) 620550

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