Pressemitteilung | Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. (BWV-RLP)
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Schindler: Ruinöse Milchpreise inakzeptabel / Soziale Marktwirtschaft gilt auch für die Landwirtschaft

(Mainz) - Als völlig inakzeptabel bezeichnete der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., Norbert Schindler, MdB, die von mehreren Handelskonzernen vorgenommene Milchpreissenkung. "Dies ist mehr als ein Schlag ins Gesicht der Milchviehhalter" so Schindler. Mit dieser Preisdruckpolitik würden die Bauernfamilien in den Ruin gedrängt. Die Landwirte sorgten 365 Tage im Jahr für gesunde Milch und gesunde Lebensmittel. Es stehe Ihnen somit auch eine angemessene Entlohnung für Ihre harte Arbeit zu, erläuterte der BWV-Präsident.

Der Lebensmitteleinzelhandel, der noch vergangene Woche beim sogenannten Gipfel "Lebensmittelkette" bei Bundesministerin Ilse Aigner großes Interesse an einer leistungsstarken deutschen Ernährungswirtschaft sowie Lebensmittel aus heimischer und regionaler Produktion gezeigt habe, trete genau diese heimischen Rohstofferzeuger nun mit Füßen. "Hier wird Marktmacht missbraucht" so Schindler. Die soziale Marktwirtschaft müsse auch für die Landwirtschaft gelten, so der BWV-Präsident weiter.

Schindler übte aber auch Kritik an der Milchpolitik der Europäischen Union. Wer angesichts einer sich abzeichneten schwierigen Marktlage die Milchquoten erhöhe, gebe an den Markt und die Aufkäufer der Lebensmittelkonzerne das falsche Signal aus. Hier sei völlig unnötig Druck auf dem Rücken der Milchbauern aufgebaut worden. Schindler forderte die EU auf, zügig absatzfördernde Maßnahmen zu ergreifen, um den Markt zu entlasten. Wichtig sei aber auch, dass Molkereien verstärkt über Kooperationen und Fusionen reden. Zwar sei Größe nicht allein ein Erfolgsgarant, aber derzeit erleichtere die zersplitterte Molkereistruktur in Deutschland dem Lebensmitteleinzelhandel die Verhandlungsposition. Mit einer stärkeren Marktstellung der Molkereien könne es darüber hinaus auch gelingen, derart ruinöse Verträge, wie Sie jetzt vom Lebensmitteleinzelhandel durchgesetzt wurden, zu verkürzen. Die vom Berufsstand geforderten Maßnahmen wie Liquiditätshilfen, Kostenerlass, Erhöhung der Wertschöpfung sowie eine vorzeitige Auszahlung der Direktbeihilfen müssten umgehend umgesetzt werden, so der BWV-Präsident abschließend.

Quelle und Kontaktadresse:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd e.V. Pressestelle Weberstr. 9, 55130 Mainz Telefon: (06131) 62050, Telefax: (06131) 620550

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